Jüdischer Landesverband grenzt sich von angeklagtem Rabbi ab

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Dresden - Ein Strafprozess sorgt für Unruhe in der jüdischen Gemeinde. Akiva Weingarten (41) steht wegen Betruges und Geldwäsche vor dem Amtsgericht Dresden.

Der angeklagte Akiva Weingarten (41) hat sich den Titel "Landesrabbiner" ohne Wissen des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Sachsen angeeignet.
Der angeklagte Akiva Weingarten (41) hat sich den Titel "Landesrabbiner" ohne Wissen des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Sachsen angeeignet.  © Peter Schulze

Er nennt sich selbst Landesrabbiner. Zwar ist der Begriff nicht geschützt. Aber der inzwischen fast 100-jährige Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden im Freistaat weist darauf hin, dass es derzeit nur einen Landesrabbiner gibt: Zsolt Balla (47) aus Leipzig. Er ist gleichzeitig auch Deutschlands Militärbundesrabbiner.

"Der Landesverband mit seinen drei Gemeinden ist für derzeit 2500 Mitglieder legitimer Ansprechpartner", so Geschäftsführer Domokos Szabó.

Akiva Weingarten sei zwar von 2019 bis 2021 Gemeinderabbiner in Dresden gewesen. Beziehungen zum Landesverband gibt es aber seither nicht mehr.

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Akiva Weingarten gründete den "Landesverband Jüdischer Gemeinden und Einrichtungen in Sachsen e.V.", wird auf der dortigen Webseite als "Landesrabbiner" geführt.

Der Landesverband erklärt dazu, Weingarten hätte sich den Titel "ohne Wissen und Zustimmung der einheitlichen jüdischen Interessenvertretung in Sachsen angeeignet". Eine "nachweisbare Legitimation" läge nicht vor.

Außerdem agiere dieser neue Verein nicht unter dem Dach des Zentralrates der Juden in Deutschland. So hätte Weingarten zum Beispiel keine Gemeinde nach den Kriterien des Zentralrates hinter sich. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Peter Schulze

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