Klage gescheitert, Anwohnerin enteignet: Viele Bäume für Tagebau Nochten bereits gerodet

Von Jasmin Beisiegel

Boxberg/Oberlausitz - Die Rodung des privaten Waldes bei Rohne für den Tagebau Nochten hat begonnen.

Ein Drittel des Waldgebiets wurde bereits abgeholzt.
Ein Drittel des Waldgebiets wurde bereits abgeholzt.  © Sebastian Kahnert/dpa

Am Freitagmorgen war bereits ein Drittel des Grundstücks abgeholzt, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Die Lage vor Ort blieb demnach ruhig. Proteste gab es keine.

Der Energiekonzern LEAG will das Waldgrundstück bei Rohne, einem Ortsteil von Schleifen (Landkreis Görlitz), für die Erweiterung des Tagebaus Nochten abbaggern. Da die Eigentümerin das Grundstück nicht verkaufen will, beantragte der Energiekonzern eine Grundabtretung zum 1. Januar 2026.

Dabei handelt es sich um eine Form der Enteignung im Bergrecht. Das sächsische Oberbergamt gab dem Antrag statt.

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Dagegen hatte sich die Eigentümerin rechtlich gewehrt. Eine Klage vor dem sächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) scheiterte jedoch. Unter anderem führte das OVG an, dass das öffentliche Interesse an der uneingeschränkten Aufrechterhaltung der Stromversorgung durch die beiden Kraftwerke, für die es keine ausreichende Kohleersatzversorgung gebe, die von der Antragstellerin geltend gemachten Interessen überwiege. Die Entscheidung fällte das OVG im vergangenen Dezember.

Auch ein daraufhin eingereichter Antrag beim Bundesverfassungsgericht, die Enteignung und Rodung des Waldstückes mit einer einstweiligen Anordnung zu stoppen, blieb erfolglos.

Das Grundstück soll der Erweiterung des Tagebaus Nochten dienen.
Das Grundstück soll der Erweiterung des Tagebaus Nochten dienen.  © Sebastian Kahnert/dpa

Der Braunkohletagebau Nochten wird seit 1968 betrieben und die gewonnene Braunkohle in den Kraftwerken Boxberg und Schwarze Pumpe verstromt.

Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Kahnert/dpa

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