Kranker Mieter in seiner Schimmel-Wohnung gefangen

Heidenau - Hilf dir selbst, wenn du kannst! Die eigenen vier Wände sind der wichtigste Rückzugsort. Für den schwer erkrankten Mike Kettner (48) ist die Wohnung in der Heidenauer Franz-Schubert-Straße jedoch zur Keimfalle geworden: Schon wieder breitet sich Schimmel flächendeckend in den Lebensräumen aus.

Mike Kettner (48) vor der Schimmelwand in seinem Schlafzimmer.  © Eric Münch

2018 bezog Kettner (damals konnte er noch laufen) die Erdgeschosswohnung. Er stellte sich damit auch seiner seltenen Erkrankung, spinozerebelläre Ataxie genannt: "Heißt ganz einfach, mir schrumpft das Kleinhirn weg."

Doch der erhoffte Schutzraum wurde mit der Zeit zum Albtraum. Wie schon im Vorjahr sind die Außenwände in Wohn- und Schlafzimmer von Schimmel befallen: "Letztes Mal haben die das noch übermalt. Aber der Schimmel ist an derselben Stelle stärker wiedergekommen."

Bereits im Dezember hatte Kettner den wiederholten Schimmelbefall beim Vermieter gemeldet. Drei Monate später (Februar 2026) kam eine Rückmeldung, ehe im März ein Messgerät für Temperatur und Luftfeuchtigkeit angebracht wurde.

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Weitere Zeit ging ins Land. "Anfang Juni ist mir der Kragen geplatzt und ich habe um 15 Prozent Mietminderung gebeten."

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Die Außenwand im Wohnzimmer ist in der kompletten Breite mit Schimmel überzogen.  © Eric Münch
Hier im Erdgeschoss der Heidenauer Franz-Schubert-Straße kämpft der Mieter gegen den Schimmel.  © Eric Münch

Wohnungsunternehmen gibt Mike Kettner die Schuld am Schimmelbefall

Mit diesem Messgerät soll der Mieter Luftfeuchtigkeit und Wärme kontrollieren.  © Eric Münch

Zwei Wochen später die Rückmeldung per Post. "Ein regelmäßiges Heiz- und Lüftungsverhalten lässt sich anhand der Datenwerte nicht ableiten", urteilte der Vermieter.

Kurz: Kettner sei selbst schuld am Schimmel. Ein mobiles Messgerät wurde dagelassen, um zu helfen, die optimalen Werte zu wahren. Doch der Schimmel wuchert weiter, sagt Mieter Kettner: "Ich lüfte jeden Morgen im Schlafzimmer, nachmittags das Wohnzimmer, wenn die Sonne rum ist."

Auf TAG24-Anfrage bleibt das zuständige Heidenauer Wohnungsunternehmen, das sich selbst als besonders verantwortlich "für unsere Stadt und ihre Menschen" beschreibt, bei den gemessenen Fakten. Zudem verweist eine Sprecherin darauf, dass sich die Vormieterin Kettners nie über Schimmel beklagt habe.

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Widersprüchlich wirkt: Während die optimale Luftfeuchtigkeit im Wohnzimmer laut Vermieter bei höchstens 60 Prozent liegen soll, um Schimmel zu vermeiden, zeigt das Messgerät auch bei 64 Prozent noch einen Smiley an ...

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