Kreativer Protest gegen überdimensionales Windrad in Sachsen

Niederau - Das Herz von Horst Wesemann (75) schlägt für die Eisenbahn. Der Rentner aus Niederau liebt den Modellbau. Sein Hobby hat ihn politisiert.

Horst Wesemann (75) vor seiner TT-Eisenbahnanlage in der Dachkammer seines Hauses. Er hat ein maßstabsgerechtes Modell von einem Windrad gebaut, das in Niederau geplant wird.
Horst Wesemann (75) vor seiner TT-Eisenbahnanlage in der Dachkammer seines Hauses. Er hat ein maßstabsgerechtes Modell von einem Windrad gebaut, das in Niederau geplant wird.  © Steffen Füssel

Wesemann erzählt: "Bei uns in Niederau wird geplant, zwei 266 Meter hohe Windräder zu errichten. Ich konnte mir nicht recht vorstellen, wie diese Anlagen in unsere Landschaft passen könnten. Also habe ich ein entsprechendes Modell im Maßstab 1:120 gebaut, um die Relation zur Höhe der umliegenden Häuser veranschaulichen zu können."

Mit einer Mischung aus Stolz und Verachtung präsentiert der Rentner jetzt den akribisch gebauten Giganten auf seiner schmucken TT-Eisenbahnplatte: "Das Windrad-Modell ist 2,22 Meter hoch. Alle Wohngebäude wirken dagegen wie Winzlinge."

Die Betrachtung dieser künstlichen Miniatur-Landschaft hat Horst Wesemann erst nachdenklich, dann wütend und schließlich entschlossen gemacht. Er kämpft jetzt aktiv gegen den Ausbau der Windenergie im Landkreis Meißen.

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"Es ist völlig inakzeptabel, technische Anlagen von dieser Größe hier in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft zu installieren", meint Wesemann. Der Ingenieur besucht regelmäßig Protestaktionen und politische Versammlungen in seiner Region.

Die Nahaufnahme wirkt täuschend echt.
Die Nahaufnahme wirkt täuschend echt.  © Steffen Füssel

Wann immer es ihm möglich ist, präsentiert er seine Modellbau-Arbeiten. Er hat dafür extra Teile seiner TT-Anlage sowie einen Fahrradanhänger umgebaut. "Meistens muss ich da gar nicht viel reden. Die Leute sehen die Größenverhältnisse und greifen sich an den Kopf", so der Windkraftgegner.

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel

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