Spritpreise in Sachsen über zwei Euro: Wo bleibt das Kartellamt?
Dresden - Der Höhenflug der Spritpreise hat die 2-Euro-Marke auch in Sachsen deutlich früher geknackt als angenommen. Jetzt soll's das Kartellamt richten.
Am frühen Donnerstagmorgen starteten viele Tankstellen in Sachsen erstmals wieder mit Spritpreisen über 2 Euro. Diesel war im Schnitt klar teurer als Super und kostete in Dresden etwa bis zu 2,09 Euro, Super bis zu 2,05 Euro.
Spezialprodukte bestimmter Marken wie Aral stiegen teilweise auf 2,39 Euro pro Liter. Aber schon am Vormittag fiel Super vielfach wieder unter die 2-Euro-Marke.
Laut der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt ändern Tankstellen ihre Preise durchschnittlich 22-mal am Tag.
Was viele Autofahrer fluchen lässt, ist der Umstand, dass der jetzt verkaufte Kraftstoff noch "billig" eingekauft wurde, die Preise aber trotzdem explodieren.
Bundeswirtschaftsministerin Reiche bleibt erfolglos
Bereits am Montag fragte TAG24-Leser Matthias H. per E-Mail: "Was unternimmt das Kartellamt gegen diese Abzocke, die derzeit stattfindet?"
Inzwischen ist der Gedanke auch in der Politik angekommen. Auf die Forderung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) nach einer Überprüfung hat das Amt ungewöhnlich schnell reagiert.
Selbst ungewöhnlich hohe Preissprünge würden keinen unmittelbaren Verdacht auf ein illegales Verhalten der Konzerne darstellen, so Präsident Andreas Mundt (65). Das Kartellamt unternimmt also - nichts!
Sorgen, dass es wegen der Sperrung der Straße von Hormus infolge des Irankriegs in Deutschland zu Versorgungs-Engpässen kommen könnte, zerstreute der Tankstellenverband Nord-Ost.
Deutschland werde überwiegend mit Öl aus Kasachstan, Norwegen und den USA beliefert, hieß es auf Nachfrage.
Titelfoto: Stefan Häßler

