Lokführer in Sachsen brutal niedergeschlagen: Gewerkschaft meldet sich zu Wort
Laußnitz/Berlin - Es war ein erneuter Fall von Gewalt gegen Bahn-Angestellte: Am Wochenende ist ein Triebfahrzeugführer (36) in einer Regionalbahn nahe Ottendorf-Okrilla von einem aggressiven Teenager (16) brutal niedergeschlagen worden. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bringt in einem Statement ihre Fassungslosigkeit zum Ausdruck und bekräftigt die Forderung nach mehr Sicherheit in den Fahrzeugen.
"Es hört einfach nicht auf. Täglich gibt es gewalttätige Angriffe auf Zugpersonal. Ein Drittel der Bahn-Beschäftigten denkt schon jetzt daran, wegen der Sicherheitslage den Job zu wechseln", beklagt der stellvertretende EVG-Vorsitzende Kristian Loroch (49).
Politik und Bahnunternehmen müssten jetzt endlich wirksame Maßnahmen ergreifen. Am wichtigsten sei dabei die Doppelbesetzung, damit kein Zugbegleiter mehr allein im Zug arbeiten müsse, so Loroch.
Ein solcher Vorschlag könnte jedoch bedeuten, dass weniger Fahrten mit Personal besetzt werden. Eine deutliche Aufstockung der Belegschaft dürfte etwa im VVO als unwahrscheinlich gelten, da der Verbund wegen finanzieller Engpässe ohnehin viele S-Bahnen ohne Zugbegleiter rollen lassen will, was bei Mitarbeitern bereits für großen Protest gesorgt hat.
Zum Gesundheitszustand des angegriffenen Lokführers konnte die Deutsche Bahn auf TAG24-Nachfrage keine Angaben machen. Das Unternehmen verweist bei der Sicherheits-Frage auch auf die zunehmende Nutzung von Bodycams. Konzernweit seien bereits rund 2000 Körper-Kameras im Einsatz.
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"Seit März dieses Jahres gibt es eine verpflichtende Schulung. Das Tragen der Bodycam ist jedoch freiwillig", erklärt eine DB-Sprecherin.
Titelfoto: Montage: Thomas Türpe, Paul Zinken/dpa
