Mehr Lämmer, aber weniger Geld: Sachsens Schäfer machen sich Sorgen

Von André Jahnke

Leipzig - Die Zeit vor Ostern ist für Sachsens Schäfer der Höhepunkt der Lämmer-Saison. Die Osterlämmer werden derzeit mit besonderem Getreide mit Eiweißkomponenten gefüttert, wie Schäfermeister Sieghard Walter von der Landwirtschaft GmbH & Co.KG Machern bei Bennewitz (Landkreis Leipzig) sagte. In diesem Jahr habe es mehr Lämmergeburten gegeben als in den Vorjahren. Lediglich die Preise bereiten den Erzeugern Sorge.

In Bennewitz/Wurzen freut man sich gegenwärtig über volle Ställe und den Zuwachs von mehr Lämmergeburten gegenüber der letzten zwei Jahre.
In Bennewitz/Wurzen freut man sich gegenwärtig über volle Ställe und den Zuwachs von mehr Lämmergeburten gegenüber der letzten zwei Jahre.  © Waltraud Grubitzsch/dpa

Nach Angaben des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbandes bringt ein Kilogramm Lammfleisch (lebend) etwa 4,20 Euro. "Im Vorjahr lag er auch schon bei fünf Euro. Ein Rückgang des Preises bei gleichzeitig gestiegenen Kosten für die Erzeuger in allen Bereichen ist hart", sagte Verbandssprecherin Regina Walther.

Die Schlachtreife erreichen Lämmer mit etwa 42 bis 45 Kilogramm. Ein Kilogramm Lammkeule kostet den Endverbraucher ihren Angaben zufolge etwa 40 Euro.

Im Vorjahr war die Zahl der Schafe im Freistaat erstmals wieder deutlicher angestiegen. Laut Verbandsangaben gab es insgesamt 132.400 Tiere inklusive Lämmern. In den 20 Jahren davor war der Bestand um etwa 30.000 zurückgegangen.

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Durch die Beweidung mit Schafen werden wertvolle Naturschutzflächen und Biotope mit seltenen Tier- und Pflanzenarten gepflegt und erhalten. Laut Walther sind Schafe als Landschaftspfleger und im Naturschutz unverzichtbar.

Wölfe bereiten den Schäfern weiterhin große Sorgen. (Symbolbild)
Wölfe bereiten den Schäfern weiterhin große Sorgen. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa
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Wolfsrisse bleiben ein Problem

Problematisch bleibt laut Verband aber der Umgang mit Rissen von Wölfen. Demnach wurden im vergangenen Jahr 210 Schadensfälle gemeldet. 527 Tiere waren betroffen, 416 wurden getötet. Die Bundesregierung will den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen, damit sogenannte Problemwölfe leichter getötet werden können - etwa wenn sie Zäune überwunden und Schafe getötet haben.

Im Bundestag beraten derzeit die zuständigen Ausschüsse über den Gesetzesentwurf, bevor er dort sowie im Bundesrat zur Abstimmung kommt.

Titelfoto: Waltraud Grubitzsch/dpa

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