Militärzug kracht mit Regionalbahn zusammen: Warum hier der Ernstfall geprobt wird

Weißkeisel (Landkreis Görlitz) - Ein Zug kracht in einen Militärtransport, Verletzte liegen im Gelände, Rettungskräfte eilen herbei. Doch ausgerechnet jetzt ist das Handynetz tot! Was wie ein Katastrophenfilm klingt, ist auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz das Szenario einer Großübung.

Das Szenario spielt sich an einem Bahnhof auf dem Truppenübungsplatz ab.  © BDBOS/Sebastian Wilke

Bei der Übung "MURE26" geht es um eine Frage, die im Ernstfall Leben retten kann: Funktioniert die Kommunikation, wenn es richtig brenzlig wird?

Von Dienstag bis Donnerstag wurde auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz bei Weißkeißel der Ernstfall geprobt. Mehr als 1000 Teilnehmer waren an der Übung beteiligt, darunter Feuerwehrleute, Polizisten, Sanitäter und Soldaten. Insgesamt waren mehr als 50 Behörden, Organisationen und Verbände dabei.

Das Szenario: Ein Militärtransport der Bundeswehr stößt nahe dem Bahnhof Emmerich mit einem Regionalzug zusammen. Es werden zahlreiche Verletzte gemeldet.

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Die Unfallstelle liegt abgelegen, das Gelände ist schwierig, das Wetter macht die Rettung nicht leichter. Und weil das Mobilfunknetz nicht verfügbar ist, müssen die Einsatzkräfte über den Digitalfunk BOS, das bundesweite Funknetz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kommunizieren.

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Für den fiktiven Vorfall wurde der sogenannte Massenanfall an Verletzten ausgerufen.  © BDBOS/Sebastian Wilke
Für eine gute Zusammenarbeit ist die Kommunikation extrem wichtig.  © BDBOS/Sebastian Wilke

Die Herausforderungen der Übung

Auch mit schwerem Gerät wurde geprobt.  © BDBOS/Sebastian Wilke

Doch was, wenn der Funkspruch im entscheidenden Moment nicht ankommt? Wenn die Feuerwehr auf Informationen wartet, während die Sanitäter schon auf dem Weg zu den Verletzten sind? Genau solche Probleme sollen bei der Übung auffallen, bevor es im Ernstfall zu spät ist.

Der Digitalfunk kann zwar Sprache und kurze Nachrichten übertragen, bei Videos und großen Datenmengen ist aber Schluss. Gerade solche Informationen könnten Helfern bei einem Großeinsatz wertvolle Zeit sparen. Deshalb wird auch daran gearbeitet, den Einsatzfunk fit für die Zukunft zu machen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU), Sachsens Innenminister Armin Schuster (65, CDU) und weitere Vertreter der Politik informierten sich am Donnerstag über die Übung. Barbara Kluge vom Bundesministerium des Innern (BMI) dankte den Beteiligten: "Was wäre so eine Übung ohne die Einsatzkräfte, die ehrenamtlich und hauptamtlich daran aus über 25 Gemeinden teilnehmen? Dafür vielen herzlichen Dank."

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Nach dem Ende der Übung folgt die Auswertung. Dann soll sich zeigen, wo die Kommunikation funktioniert hat und wo nachgebessert werden muss.

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