Mit frischem Geld: So investiert Sachsen in den Katastrophenschutz
Dresden/Hoyerswerda - Der Freistaat steckt in diesem Jahr mehr als 30 Millionen Euro in den Katastrophenschutz. Der Bund wird mittelfristig zehn Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Das sind gleich zwei gute Gründe für mindestens ein Freudenfeuer. Doch einigen Feuerwehren in Sachsen ist die Lust am Feiern vergangen.
Strahlende Gesichter in Hoyerswerda. Die Stadt und die Gemeinden Spreetal und Elstra (alle Kreis Bautzen) erhielten am Montag drei neue Einsatzfahrzeuge. Wert: 1,7 Mio. Euro.
"Die Pflicht der Städte und Kommunen ist es, die Feuerwehren für ihre Aufgabe entsprechend auszurüsten, damit die Kameraden von ihren Einsätzen heil zurückkommen", sagte OB Torsten Ruban-Zeh (63, SPD).
Hängende Köpfe dagegen in Weißwasser (Kreis Görlitz) und Zeithain (Kreis Meißen). Die beiden Feuerwehren dort mussten im Frühjahr jeweils ein neues Einsatzfahrzeug abgeben. Beide gingen in den Landkreis Leipzig.
Hintergrund ist das "Strategische Waldbrandschutzkonzept", erklärt das Innenministerium auf Anfrage. "Ziel ist es, die Landkreise mit einem vollständigen Katastrophenschutzzug Waldbrand - ein Großtanklöschfahrzeug und vier Tanklöschfahrzeuge Wald - auszustatten."
Von 2016 bis 2025 hat Sachsen insgesamt 315 Mio. Euro für die Modernisierung der Ausstattung, den Neubau und die Sanierung von Gebäuden sowie in die Anschaffung von Fahrzeugtechnik ausgegeben. In diesem Jahr kommen zu den 30 Mio. weitere elf Mio. Euro, die dann 2027 ausgegeben werden sollen, so das Ministerium.
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Weitere Feuerwehr-Fahrzeuge sollen in Sachsen umverteilt werden
Für die Anschaffung von Fahrzeugen standen im vergangenen Jahr aber nur fünf Mio. Euro zur Verfügung, in diesem sind es sechs Millionen. Zur Umsetzung des Waldbrandschutzkonzepts reicht das nicht. Deshalb werden weitere Fahrzeuge umverteilt.
Jeweils eines geht nach Ministeriumsangaben von den Kreisen Nordsachsen und Görlitz an den Landkreis Mittelsachsen. Die Fahrzeuge für Hoyerswerda, Spreetal und Elstra sind kommunale Fahrzeuge und damit nicht für den Katastrophenschutz vorgesehen, also auch nicht von der Rochade betroffen.
Die Kameraden dort dürfen sich weiter freuen.
Titelfoto: IMAGO/EHL Media
