Streit um den Ruhetag: Kommt die Sonntagsöffnung für Sachsens Geschäfte?
Dresden - Sollen die Geschäfte am Sonntag komplett öffnen? Der Handelsverband Deutschland (HDE) sagt ja, der Handelsverband Sachsen (HVS) ist nicht dafür. Was sagen die Händler?
Eine TAG24-Umfrage willkürlich ausgesuchter Stichproben fällt durchaus unterschiedlich aus.
Hagen Mai (54) von der gleichnamigen Boutique in der Dresdner Innenstadt ist für eine strikte Öffnung: "Wenn Kunden 24 Stunden und sieben Tage die Woche online bestellen können, sollte ich ebenso die Möglichkeit haben, zu öffnen, wann ich will."
Wert auf die Sonntagsruhe legt man dagegen in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung in Speck's Hof in Leipzig. "Wenn wir öffnen, soll sich das auch lohnen", so Buchhändlerin Katharina McNaney (39). Von den zwei verkaufsoffenen Sonntagen im Advent nutzt sie denn auch nur zwei.
Die Bundesregierung plant sonntägliche Öffnungen für Bäckereien und Bibliotheken ab 2027. Der Handelsverband Deutschland hatte daraufhin eine komplette Ladenöffnung gefordert. Der Handelsverband Sachsen lehnt das ab.
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Würden überhaupt alle Händler jeden Sonntag öffnen können?
Hauptgeschäftsführer René Glaser (50) spricht sich jedoch für eine Novellierung des sächsischen Ladenöffnungsgesetzes aus.
Wegen der hohen Anforderungen und undurchsichtiger Formulierungen sei es in der Vergangenheit öfter zu kurzfristigen Absagen bei geplanten Sonntagsöffnungen gekommen, sagt er.
Shopping sei heute für viele Menschen längst ein gemeinsames Event, so Glaser. "Dieses Bedürfnis der Kunden müssen die Händler durch gelegentliche, ausnahmsweise zuzulassende, aber verlässliche Sonntagsöffnungen bedienen können."
Alle 52 Sonntage im Jahr würden ohnehin nur wenige Händler öffnen. Das wäre personell gar nicht zu stemmen, sagt ein Chemnitzer Sportartikelhändler.
"Im Moment ist die Stimmungslage bei den Händlern 50 zu 50", sagt Gordon Knabe (51), Center-Manager im Elbepark Dresden. Die einen würden öffnen, die anderen nicht.
Jeder Euro könne schließlich nur einmal ausgegeben werden, so Knabe. "Bei einem Wirtschaftswachstum von drei bis vier Prozent, wären wir sicher wieder froh über jeden Anlass, der uns ermöglicht, sonntags zu öffnen."
Titelfoto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber

