Munition auf der Autobahn verloren: Verfahren gegen fünf Polizisten eingeleitet

Leipzig - Ein Wildschwein gab den Ausschlag: Beim Überqueren der A4 zwischen Berbersdorf und Hainichen wurde es von einem Volkswagen erwischt. Außer dem Tier wurde niemand verletzt. Doch neben Trümmerteilen fand die Polizei auch ein Magazin für die Maschinenpistole Haenel CR223, bestückt mit Patronen des Kalibers 5,56 mal 45 Millimeter.

Dieses Magazin lag einfach an der Autobahn herum.  © Erik Frank Hoffmann

Schnell stellte sich heraus, dass es von der Bereitschaftspolizei (BePo) stammt. Doch wie konnte es dazu kommen?

"Auf der Heimfahrt von einem Einsatz hatten die betroffenen Einsatzkräfte am 12. Dezember gegen 22.40 Uhr auf der A 4 eine Autopanne mit ihrem Rüstfahrzeug", erklärt BePo-Sprecherin Almut Sichler (43).

Der Wagen musste gewechselt werden, die Kiste mit der Ausrüstung sei zu groß gewesen, sodass alles einzeln umgeladen worden sei.

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"Dabei ist ein Magazin unbemerkt aus einem der Munitionsgürtel auf den Seitenstreifen gefallen."

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Die Maschinenpistole Haenel CR223 gehört zur Standard-Ausrüstung der BePo.  © picture alliance/dpa

Wieso blieb die Munition dort liegen?

BePo-Präsident Peter Langer (60) will die Dokumentation nun verbessern.  © Polizei Sachsen

Doch das Prüfen auf Vollständigkeit sei später versäumt worden. "Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um einen Fall von persönlicher Fehlleistung, in dem Beamte versäumt haben, dienstliche Festlegungen zu befolgen", sagt BePo-Präsident Peter Langer (60).

"Wir überprüfen gegenwärtig alle mit unseren Führungs- und Einsatzmitteln verbundenen Sicherheitsmaßnahmen, um deren Dokumentation zu optimieren."

Gegen fünf Beamte läuft nun ein Disziplinarverfahren, im Dienst bleiben sie aber weiterhin.

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