Nach Lärm-Beschwerden in Sachsen: 250-Meter-Windrad wird abgebaut!
Oberwiera/Waldenburg - Dieses Windrad sollte eigentlich Zukunft machen. Strom für bis zu 5000 Haushalte, sechs Megawatt Leistung, rund zehn Millionen Euro teuer - ein grüner Riese für die Energiewende in Sachsen. Doch nur zweieinhalb Jahre nach der Inbetriebnahme ist Schluss. Die Anlage im Oberwieraer Ortsteil Harthau (Landkreis Zwickau) wird ab Juli wieder abgebaut.
Betreiber Andreas Berger (42) hat den Rückbau am Dienstag beim Landkreis angezeigt, wie das Umweltamt bestätigte. Der Grund: Zahlreiche Anwohner hatten sich über den Lärm beschwert, der von der Anlage ausging.
Weder Bürgermeister Holger Quellmalz (45, CDU) noch Betreiber und Hersteller nannten weitere Details zu den Hintergründen. Nur Berger bestätigte knapp: "Wir als Betreiberfirma haben mit dem Hersteller Vestas eine Einigung erzielt."
Dabei war das 250-Meter-Windrad erst im Dezember 2023 mit offenbar uneingeschränkter Betriebserlaubnis ans Netz gegangen. Jährlich rund 13 Millionen Kilowattstunden Strom sollte die damals größte Anlage Sachsens erzeugen.
Schon bei einem Bürgertreff kurz nach dem Betriebsstart hatten sich Dorfbewohner massiv über die Lärmkulisse beschwert.
Die Anlage soll von Anfang an nur mit halber Kraft gelaufen sein, auch das Getriebe wurde ausgetauscht - ohne durchschlagende Besserung.
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Reißleine gezogen: Mega-Windrad wird abtransportiert
Nun ziehen Betreiber und Hersteller die Reißleine. Der Abtransport im Juli dürfte ein kleines Logistik-Schauspiel werden: Die Rotorblätter sind jeweils 81 Meter lang, brauchen Spezialtransporte, Planung, Straßensperrungen und jede Menge Platz.
Sachsen ist bei der Windkraft ohnehin Schlusslicht. Im vergangenen Jahr gingen im Freistaat nach einer Statistik des Bundesverbandes Windenergie nur 13 neue Anlagen ans Netz, im Schnitt sind die Anlagen 21 Jahre alt.
Sieben Windräder wurden im vergangenen Jahr stillgelegt, insgesamt standen Ende des Jahres 858 Anlagen im Freistaat.
Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa
