Zeithain/Chemnitz - Seit mehr als zwei Monaten sitzt die verurteilte Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich (55) im Männerknast in Zeithain. Aus Angst vor ihren Mitgefangenen verlässt die 55-Jährige ihre Zelle kaum, klagt darüber, an den angebotenen Gefängnis-Programmen nicht teilnehmen zu können.
"Ich komme mir hier nackt unter Wölfen vor und verlasse meine Zelle quasi nie", schreibt Liebich auf der Plattform "X".
Die verurteilte Rechtsextremistin fühlte sich laut eigenen Aussagen schon immer als Frau. Das Selbstbestimmungsgesetz der Ampel-Regierung erlaubte es ihr, ganz ohne bürokratische Hürden ihr Geschlecht von "männlich" auf "weiblich" zu ändern.
Kritiker werfen ihr vor, das Gesetz vorzuführen und zu missbrauchen - zumal sich Liebich als Mann immer gegen die CSD-Community stellte.
Im Zeithain-Knast fühlt sich die 55-Jährige laut eigenen Aussagen extrem unwohl. Gern würde sie an Gefängnis-Programmen teilnehmen. "Aber wenn, bräuchte ich eh Einzelbetreuung der gierigen Blicke eben", schreibt sie.
Aus diesem Grund verlässt die Rechtsextremistin ihre Zelle angeblich kaum. "Nur gelegentlich beim Aufschluss, um mir heißes Wasser zu holen, damit ich mich warm waschen oder duschen kann."
Laut Justizministerin Geiert keine Anfeindungen bekannt, Liebich widerspricht
Zunächst sah es so aus, als würde Liebich in die Chemnitzer Frauen-JVA kommen. Doch der Knast entscheid anders und schickte die 55-Jährige nach Zeithain.
Bislang seien keine Anfeindungen durch männliche Gefangene bekannt, versicherte Justizministerin Constanze Geiert (50, CDU) vor Kurzem auf Anfrage der AfD im sächsischen Landtag.
Liebich selbst widerspricht. Auf "X" berichtet die Transfrau von konkreten Bedrohungen. Auch aus diesem Grund will die 55-Jährige so schnell wie möglich in einen Frauenknast verlegt werden, geht gegen die Zeithain-Entscheidung juristisch vor. Ausgang offen.
2023 wurde Liebich - damals noch als Mann - wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu anderthalb Jahren Knast verurteilt.