Neue Berechnungen: Zinn-Abbau in Sachsen könnte weit größer ausfallen
Von Andreas Hummel
Gottesberg/Freiberg - Sachsen hat möglicherweise mehr Potenzial im Zinn-Bergbau als bisher angenommen. Das legt eine Neubewertung des Freiberger Bergbauunternehmens Saxore für das Projekt Gottesberg im Westerzgebirge nahe.
Die aktualisierte Ressourcenschätzung gehe von rund 37 Millionen Tonnen Erz mit etwa 90.900 Tonnen Zinn aus, die wirtschaftlich abgebaut werden könnten, sagte Geschäftsführer Matthias Faust. Das sei nahezu dreimal so viel wie bisher angenommen.
Für ein mögliches Comeback des Erzbergbaus im Freistaat spielt Zinn neben Lithium eine wichtige Rolle. Das Metall wird in der Elektrotechnik gebraucht, aber auch für die Produktion von Bronze und Weißblech.
So hatte das Oberbergamt im Herbst 2024 Pläne für ein neues Bergwerk in Pöhla im Erzgebirge genehmigt. Dort will die Firma Saxony Minerals & Exploration (SME) vor allem Zinn, aber auch Wolfram, Flussspat und Indium gewinnen.
Auch Saxore treibt Pläne für ein Bergwerk voran. Für die Lagerstätte in Tellerhäuser liege der sogenannte Rahmenbetriebsplan beim Oberbergamt zur Prüfung, erklärte Faust. "Wird dieser genehmigt, beginnen wir mit dem Auffahren des Bergwerkes." Realistisch sei ein Probebetrieb frühestens 2029.
Derzeit werde mit einer Jahresproduktion von 500.000 Tonnen Zinn-Erz kalkuliert. Daraus könnten etwa 2.500 Tonnen Zinn gewonnen werden.
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Seit 2019 hält Saxore auch die Erlaubnis, in Gottesberg Bodenschätze aufzusuchen. 2021 und 2022 seien 16 Bohrungen ausgeführt worden, um die Lagerstätte genauer zu erkunden, so Faust.
Titelfoto: DPA
