Neues Wehrdienst-Gesetz: Bundeswehr schickt Sachsen zur Musterung nach Berlin

Dresden/Berlin - 18, jung, gesund und plötzlich auf dem Weg nach Berlin, weil die Bundeswehr ruft! Für viele Sachsen ein Schock: Statt gemütlich um die Ecke geht's ab in die Hauptstadt zur Musterung. Wer jetzt denkt, es geht nur um Papierkram, unterschätzt die Mission: Hier wird über die Zukunft als Soldat entschieden.

Die ersten Briefe wurden am 15. Januar dieses Jahres versendet. Zum 31. Januar folgten weitere.  © picture alliance/dpa

"Für die Musterung werden perspektivisch 24 Musterungszentren und acht große Karrierecenter zur Verfügung stehen", erklärt eine Sprecherin der Bundeswehr. Bis es so weit ist, müssen sich junge Erwachsene noch in Berlin melden. Die Kapazitäten werden "schrittweise aufgebaut". Das Ziel: Mitte 2027 sollen die neuen Strukturen vollständig verfügbar sein.

Seit dem 1. Januar gilt das Gesetz für den neuen Wehrdienst. Alle 18-Jährigen erhalten einen Fragebogen zur Eignung und Motivation. "Die positiven Zahlen zeigen die gute Imagepositionierung der Bundeswehr als Arbeitgeberin", lobt die Sprecherin. Männer müssen den Fragebogen verpflichtend ausfüllen, Frauen freiwillig.

Die Resonanz kann sich sehen lassen: In Sachsen gingen dieses Jahr 80 Bewerbungen mehr ein als noch im Vorjahr, wie die Sprecherin sagt. "Es hat sich gelohnt, neue Wege auszuprobieren."

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Aktuell müssen viele junge Erwachsene aus Mitteldeutschland zur Musterung nach Berlin.  © IMAGO/Wolfilser

Für die jungen Erwachsenen heißt das: ab nach Berlin, Fragebogen ausfüllen und vielleicht schon bald Teil der Truppe werden. Die Bundeswehr will so "den Aufwuchs des aktiven militärischen Personalbestands" sichern.

Auch junge Erwachsene aus Thüringen und Sachsen-Anhalt müssen aktuell zur Musterung nach Berlin.

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