Noch teurer als vor dem Tankrabatt: Sachsens Spritpreise gehen durch die Decke

Dresden/Ústí nad Labem - Die Spritpreise in Sachsen sind knapp vier Wochen nach Ende des Tankrabatts noch immer viel zu hoch. Da wundert es wenig, dass in Grenznähe lieber in Tschechien getankt wird.

Michael Kirchner (53) blickt mit Skepsis auf die Tankanzeige. Der Bauleiter aus Bad Langensalza tankte am Donnerstag an einer Tankstelle in Dresden.  © Steffen Füssel

In Dresden kostete ein Liter Super E10 am Donnerstagmittag laut mehr-tanken.de zwischen 2,34 Euro und 2,49 Euro. Für Diesel tankten Autofahrer am günstigsten mit 2,33 Euro, am teuersten mit 2,47 Euro. In Leipzig lagen die Preise bei Diesel zwischen 2,32 Euro und 2,44, bei Super reichte die Spanne von 2,32 Euro bis 2,52 Euro.

Deutlich günstigere Preise wiesen die Tankstellen in Chemnitz auf. Die Preisspanne für einen Liter Super begann um 12 Uhr bei 2,28 Euro und reichte bis 2,48 Euro, während Autofahrer bei Diesel mit 2,25 Euro und bis zu 2,47 Euro rechnen mussten.

Als Grund nennen Experten die hohe Nachfrage aufgrund der Urlaubszeit und Engpässe aufgrund des Iran-Kriegs.

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Insgesamt liegen die Spritpreise derzeit mehr als deutlich über dem Vor-Tankrabatt-Niveau. Damals kostete ein Liter Diesel im Freistaat im Schnitt 2,28 Euro, für Super wurden 2,10 Euro fällig.

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Die Aral-Tankstelle an der Dresdner Bergstraße. Zur Zeit werden an fast allen Tankstellen in Sachsen wieder Höchstpreise aufgerufen.  © Steffen Füssel
Nicht von schlechten Eltern: So viel kostete Sprit am Donnerstag auf der Dresdner Bergstraße.  © Steffen Füssel
An tschechischen Tankstellen bilden sich teilweise Schlangen. Dort ist der Sprit derzeit teilweise bis zu 50 Cent pro Liter preiswerter als in Deutschland.  © Robert Michael/dpa

Preise in Tschechien deutlich günstiger

So viel kostete Sprit am Montag an einer grenznahen Tankstelle in Tschechien, rechts der Preis in Euro.  © Robert Michael/dpa

Wegen der enormen Preissteigerung nehmen viele Autofahrer die Fahrt nach Tschechien auf sich. Auch dort ist vor wenigen Tagen ein dreimonatiger Spritpreisdeckel ausgelaufen.

Trotzdem sind die Preise immer noch weitaus günstiger. "Wir fahren Diesel und hier sind es jetzt 1,55 Euro, bei uns in Dresden 2,20 Euro, 2,30 Euro ungefähr", sagte Julian Schenderlein, der am vergangenen Wochenende an einer Tankstelle in Usti nad Labem seinen Tank füllte.

Aber nicht nur Sachsen, die in Grenznähe leben, nehmen den Umweg übers Nachbarland. Dieter Geißler aus Dresden macht das regelmäßig. Er verbindet das Tanken mit einem Einkauf im Supermarkt.

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"Die Qualität ist hier genauso gut wie in Deutschland, was viele vergessen. Und wenn sich das dann anbietet, 50 Cent beim Tanken zu sparen pro Liter, na gerne", sagte er. Für Felix aus Dresden sind die Preise in Tschechien nicht zu toppen: "Wir tanken hier, weil die Spritpreise in Deutschland ein schei.. Witz sind", schimpft er.

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