Nuklearmedizin gegen Krebs: Eine Chance für Sachsen und Patienten
Dresden - Neue Schlüsseltechnologie bei Krebs: Die Radiopharmazie ermöglicht individuelle Therapien für Betroffene. Sachsen spekuliert dabei auf eine Leuchtturm-Stellung innerhalb Europas.
Die Branche ist im Freistaat bereits gut vertreten. Den Sprung zur Vorzeigeregion soll das Netzwerk "Radiopharmacy Clusters Dresden" oder kurz: nukliD® durch die Bündelung von Potenzialen beschleunigen.
Dreh- und Angelpunkt sind die sogenannten Radiopharmaka, also mit radioaktiven Elementen (Radionuklide) versehene Arzneimittel, mit denen Tumore präzise, zielgerichtet und personalisiert diagnostiziert und behandelt werden können.
Anders als bei herkömmlichen Therapien wirken Radiopharmaka direkt im erkrankten Gewebe, wodurch das umliegende gesunde Gewebe weitgehend geschont wird, teilte das Wirtschaftsministerium mit.
"Investitionen in die Radiopharmazie lohnen sich mehrfach", erklärte Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (51, SPD) und nannte die Punkte Wettbewerbsfähigkeit, neue Arbeitsplätze und wirksamere Therapien. In Deutschland erhalten jährlich rund 500.000 Menschen die Diagnose Krebs.
In Sachsen konzentrieren sich viele Einrichtungen und Unternehmen, die in der Radiopharmazie (Spezialgebiet der Nuklearmedizin) arbeiten in und um Dresden.
Am Donnerstag machte sich der Wirtschaftsminister im Rahmen eines Thementages ein Bild der Branche und besuchte insgesamt fünf Einrichtungen, darunter das Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR).
Titelfoto: Ronald Bonß
