Psychotherapeuten warnen vor dem Praxissterben

Dresden - Die Bundesregierung muss Finanzlöcher bei den Gesetzlichen Krankenkassen stopfen und plant diverse Kürzungen bei den Psychotherapeuten. Die protestieren vehement. Sie befürchten in der Folge ein Praxissterben und die Unterversorgung von Patienten.

Franziska Rietzschel (36) betreibt in Dresden eine Privatpraxis für Psychotherapie und Coaching.  © Steffen Füssel

"Der Regierungsentwurf ist ein Schlag ins Gesicht aller Psychotherapeuten und deren Patienten", sagt Franziska Rietzschel (36), die als Psychotherapeutin in Dresden tätig ist. Die Pläne zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz sehen vor, dass die Psychotherapie mehrere Leistungen nicht mehr vergütet bekommt.

Außerdem sollen die Zahlungen (ähnlich wie bei Ärzten) durch ein Gesamtbudget gedeckelt und Therapien nicht mehr unbegrenzt finanziert werden.

Rietzschel hat zusammen mit der Leipziger Psychotherapeutin Winja Buss (51) die Auswirkungen der Kürzungen abgeschätzt. Demnach drohen ab Januar 2027 etwa 38 Prozent der Therapiesitzungen wegzufallen.

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Eine schlimme Vorstellung: Betroffene, Therapeuten und Mediziner beklagen heute bereits eine massive Unterversorgung.

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Winja Buss (51).  © Steffen Füssel

"Erkrankte warten hierzulande mitunter sechs Monate auf einen Therapieplatz. Besonders prekär ist die Situation im ländlichen Raum", berichtet Rietzschel. Die Verunsicherung der Therapeuten ist wegen der unklaren Finanzierung so groß, dass sie schon jetzt langwierige Therapien nicht mehr gestartet werden.

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