Rein oder raus? Obdachloser kann sich schwer entscheiden

Oschatz - Monatelang stritt Oschatz über eine Bank, auf der ein Obdachloser schlief. Jetzt ist sie leer. Jens Kloß (56) verbrachte den Jahreswechsel aus Angst vor Silvester erstmals in einer Unterkunft. Doch das Ganze scheint nur eine vorübergehende Lösung zu sein, denn bald möchte er schon wieder zurück.

Jens Kloß (56) hauste seit November in der Bushaltestelle am Oschatzer Friedhof. Cindy Friedrich und die Tafel standen Jens zur Seite.  © Montage: EHL Media/Dietmar Thomas; privat

Die Bushaltestelle an der Dresdener Straße war Mittelpunkt einer hitzigen Debatte. Darf man eine Bank abbauen, um einen Obdachlosen zu vertreiben?

Oder ist genau diese Bank das letzte Stück Schutz und Würde? Jens hatte sie bewusst zu seinem Zuhause gemacht - aus Protest und um gesehen zu werden.

Kurz vor Silvester dann die Wende. Die winterlichen Temperaturen und die Angst vor der lauten Nacht brachten ihn dazu, Hilfe anzunehmen. Gemeinsam fanden die Tafel Oschatz und das Ordnungsamt eine Lösung.

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Sein Hab und Gut wurde gesichert, der Schlafplatz geräumt. Jens zog in eine Unterkunft.

"Ich bin froh, dass er jetzt in der Unterkunft ist", sagte Cindy Friedrich (37) von der Tafel Oschatz. Noch zu Weihnachten hatte Jens jede Unterbringung abgelehnt. "Er wollte seine Sachen nicht zurücklassen. Dann haben wir ihm das Essen vorbeigebracht", berichtet Friedrich.

Der frühere Lokrangierführer war nach Jobverlust, Schulden und dem Verlust seiner Partnerin schließlich auch seine Wohnung los. Doch die scheinbare Entspannung trügt.

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Nach dem Jahreswechsel fühlt sich Jens in der Unterkunft "eingesperrt". Er habe bereits angekündigt, bald wieder an die Bushaltestelle zurückzukehren.

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