Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth feiern 150-jähriges Jubiläum: Ohne Sachsen geht es nicht

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Bayreuth/Dresden - Die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth, die am Samstag eröffnet werden, sind ein elitäres Ereignis, das viel Prominenz aus Politik und Gesellschaft lockt, für die Eintrittskarten viel Geld verlangt und viel große Kunst gebiert. Obendrein haben die Festspiele einen anscheinend unverrückbaren sächsischen Kern, der gebietet, dass man darauf aufmerksam macht.

Volles Haus im Bayreuther Festspielhaus, jedes Jahr wieder.
Volles Haus im Bayreuther Festspielhaus, jedes Jahr wieder.  © Bayreuther Festspiele/Enrico Nawrath

Es ist ein besonderer Jahrgang diesmal, denn er ist von einem Jubiläum umkränzt, dem 150-jährigen. Am 13. August 1876 war Eröffnung des neu errichteten Festspielhauses, an den folgenden Tagen folgten die vier Teile des Zyklus "Der Ring des Nibelungen", der dieses Jahr in Neuerarbeitung zu erleben sein wird, hochmodern von einer KI erzeugt (kuratiert, nicht inszeniert von Marcus Lobbes).

Erstmals wird außerdem Wagners frühe, 1842 in Dresden uraufgeführte Oper "Rienzi" in Bayreuth aufgeführt. Nebenher bemüht man sich verstärkt um die Aufarbeitung der unseligen Verbindung der Festspiele mit den Nazis, etwa mit der Implementierung der Ausstellung "Verstummte Stimmen" auf einem Online-Portal und einer Gedenkveranstaltung am Sonntag mit Redner Michel Friedman, die nach Ansetzung, Absetzung und Wiederansetzung nach Protest gegen die Absetzung ein schwieriges Zustandekommen hatte.

Wie jedes Jahr ist ein erheblicher Anteil des Festivals sächsisch geprägt. Zuvorderst gilt das für Richard Wagner selbst, in Leipzig geboren, in Dresden berühmt geworden, aus Dresden während der Revolutionswirren 1849 geflohen und folgend steckbrieflich gesucht, bevor er sich Jahre später an Bayern-König Ludwig II. heranwanzte, der ihm das Bayreuther Festspielhaus baute.

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Über eine eigenständige Kapelle verfügen die Festspiele nicht, vielmehr besteht dieses Jahr für Jahr aus Musikern anderer Orchester. 2011 Musikerinnen und Musikern zählt das Festspielorchester dieses Jahr, 31 von ihnen - nicht ganz 15 Prozent - stammen aus Sachsen, mit Schwergewicht Leipzig.

Acht Musiker entsendet die Dresdner Staatskapelle, zwei die Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz, 17 das Gewandhausorchester Leipzig, 2 das ebenfalls dort ansässige MDR Sinfonieorchester und weitere zwei die Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig.

Im Festspielchor kommen neun Mitglieder aus Sachsen

Dresdens Opernstar Georg Zeppenfeld in einer Bayreuther Inszenierung von Wagners "Tannhäuser" 2023.
Dresdens Opernstar Georg Zeppenfeld in einer Bayreuther Inszenierung von Wagners "Tannhäuser" 2023.  © imago/Rudolf Gigler

Im Festspielchor kommen neun Mitglieder aus Sachsen, an der Spitze Chordirektor Thomas Eitler-de Lint, gebürtiger Wiener, aber derzeit an der Leipziger Oper. Andere Bereiche, wie Kostüm, Maske, Technik oder Verwaltung zählen weitere 16 Mitarbeitende aus Sachsen.

Auf der Bühne, unter den Solisten, zählt der Besetzungsplan fünf Sängerinnen und Sänger, die von Sachsen delegiert sind: Georg Zeppenfeld (Gurnemanz in "Parsifal", Beethovens 9. Symphonie), Camilla Nylund (Brünnhilde im "Ring"), Catherine Foster ("Catherine Foster and Friends"), Christa Mayer (Erda im "Ring", Beethovens 9. Sinfonie) und Matthias Stier (Baroncelli in "Rienzi", "Der Ring des Nibelungen für Kinder"), nicht alle in Sachsen geboren, aber langjährig beschäftigt an hiesigen Opernhäusern.

Summa summarum 61 Mitwirkende aus Sachsen sind somit dieses Jahr mit dabei. 62 sind es, wenn man Christian Thielemann dazuzählt. Der ehemalige Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle ist der wichtigste Mann in Bayreuth in diesem Jahrgang, denn er leitet besagten Jubiläums-"Ring" und außerdem die traditionelle Aufführung von Beethovens 9. Symphonie.

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Thielemann ist Berliner, doch hat ihn die Staatskapelle Dresden nach seinem Ausscheiden vor zwei Jahren zum Ehrendirigenten ernannt. Nehmen wir Thielemann als adoptierten Sachsen also in die Zählung auf.

Titelfoto: Bayreuther Festspiele/Enrico Nawrath

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