Roboter ist jetzt OP-Assistent in Radebeul
Radebeul - Nach Verletzungen oder durch Abnutzung beginnen Gelenke zu schmerzen, manchmal müssen sie sogar ersetzt werden. Genau hier findet in Radebeul eine Revolution statt: Jetzt setzen Roboter das neue Gelenk ein. Damit sind die "Elblandkliniken" als erstes Krankenhaus in Sachsen auf diesem Gebiet in der Zukunft angekommen.
Bereits seit Januar ist der Roboter am Klinikalltag beteiligt, vereinfacht sowie präzisiert Operationen an den Gelenken.
"KI und Robotik sind Top-Thema in der Medizin. Die Sicherheit im Umgang mit diesem Modell und die Leistung bei der Sammlung von Daten hat uns überzeugt", berichtet der Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Jaroslaw Pyrc (55).
Weitere Argumente seien Gewicht, Größe und Mobilität gewesen. Der Roboter ist in gleich zwei OP-Räumen im Einsatz. Entscheidend dabei: "Der Roboter operiert nicht selbst. Er folgt dem Operateur", versichert Pyrc.
Sollte etwas schiefgehen und das neue Knie nach Eingriff dennoch schmerzen, ist also nicht etwa der Roboter verantwortlich: "Der Operateur ist von Aufnahme, über Entlassung und auch darüber hinaus immer verantwortlich für alle Leistungen."
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Muss das OP-Personal nun fürchten, dass Jobs verloren gehen? Ganz im Gegenteil!
Auch um Arbeitsplätze müssen sich Klinikmitarbeiter keine Sorgen machen. "Ganz im Gegenteil, wir wollen keine OP-Stellen abbauen, wir suchen mehr Personal", erklärt Klinik-Vorstand Rainer Zugehör (47).
Hergestellt wurde der Roboter von der Firma Johnson & Johnson in den USA.
Ein Vertreter vor Ort erklärt auf Nachfrage: "Nach 100 Einsätzen wird er kontrolliert, nach 200 Schnitten wird die Säge ausgetauscht."
Kontrollen und Austausch würden dabei ohne Unterbrechung der anstehenden OPs ablaufen. Laut den Angaben arbeiten mittlerweile 200.000 Roboter weltweit, 180 in deutschen Kliniken.
Titelfoto: Dresden

