Sachsen bleibt Spitzenreiter, aber Bereitschaft für Organspende nimmt ab

Von Daniel Josling

Dresden - In Sachsen haben im vergangenen Jahr weniger Menschen Organe gespendet als im Vorjahr. Wie aus vorläufigen Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervorgeht, spendeten 2025 insgesamt 64 Menschen nach ihrem Tod Organe - acht weniger als 2024.

Trotz der sinkenden Spender-Bereitschaft in Deutschland liegt der Freistadt sehr weit vorn. (Symbolfoto)
Trotz der sinkenden Spender-Bereitschaft in Deutschland liegt der Freistadt sehr weit vorn. (Symbolfoto)  © Michael Kappeler/dpa

Dennoch kam der Freistaat auf 15,9 Organspender je eine Million Einwohner und lag damit deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 11,8.

Bundesweit erreichte die Organspende 2025 mit 985 Spenderinnen und Spendern den höchsten Stand seit 2012. Doch der Bedarf bleibt groß: Ende 2025 warteten nach Angaben der Stiftung Organtransplantation 8199 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan - davon 371 in Sachsen.

"Dass wir 2025 so viele Organspenderinnen und Organspender verzeichnen wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr, ist ein wichtiges und ermutigendes Signal", sagte der Medizinische Vorstand der Stiftung, Axel Rahmel (1962).

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Dennoch reiche dieses Niveau noch nicht aus, um den Bedarf zu decken. "Der Mangel an Spenderorganen besteht weiterhin."

Jährlich werden mehrere Tausend Organe transplantiert - 2024 waren es rund 3000. (Symbolfoto)
Jährlich werden mehrere Tausend Organe transplantiert - 2024 waren es rund 3000. (Symbolfoto)  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Sachen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erzielen überdurchschnittliche Organspende-Werte

Derzeit warten rund 8200 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. (Symbolfoto)
Derzeit warten rund 8200 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. (Symbolfoto)  © Soeren Stache/dpa

Sachsen gehört zur DSO-Region Ost, die seit Jahren überdurchschnittliche Werte erzielt. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kamen 2025 zusammen auf 16,3 Organspender je eine Million Einwohner - das waren 38 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt.

"Wenn bundesweit so viele Organspenden realisiert würden wie in dieser Region, wäre die Situation für wartende Patientinnen und Patienten spürbar besser", betonte Rahmel.

Bundesweit komme es bei rund zwei Dritteln der Kontakte zwischen Krankenhäusern und DSO nicht zu einer Organspende - häufig, weil keine dokumentierte Entscheidung vorliege.

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"Die Mehrheit der Menschen in Deutschland steht der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber, hat ihre persönliche Entscheidung jedoch nicht festgehalten", erklärte Rahmel. Der DSO-Vorstand begrüße daher, dass politisch erneut über eine Widerspruchslösung diskutiert werde.

In Sachsen wurden im vergangenen Jahr 187 Organe entnommen, nach 182 im Vorjahr. In den Transplantationszentren des Landes wurden 163 Organe transplantiert nach 153 im Jahr 2024.

Titelfoto: Fotomontage/Michael Kappeler/dpa/Soeren Stache/dpa

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