Bautzen - Sachsen und Tschechien arbeiten in einem gemeinsamen EU-Projekt an einer neuen Marketingstrategie für die regionaltypische Bauform der Umgebindehäuser. Schon im Juni sollen erste Ergebnisse vorliegen.
Wer noch nie etwas von einem Umgebindehaus gehört hat, steht damit nicht allein. Wie zwei separate Umfragen mit mehr als 1000 Teilnehmern in der Oberlausitz und in Tschechien ergaben, kennt nur eine Minderheit den unverwechselbaren Haustyp, der Fachwerk-, Block- und Massivbauweise miteinander verbindet.
"Die Befragungen machten deutlich, dass es ein großes Interesse an Umgebindehäusern gibt, diese jedoch als unverwechselbares Kulturerbe stärker erlebbar werden sollten", sagt der Görlitzer Landrat Stephan Meyer (44).
Die Grundlage dafür schaffen soll eine neue Marketingstrategie innerhalb eines deutsch-tschechischen Interreg-Projekts, kurz: "Umgebinde 2.0". Insgesamt rund 1,2 Millionen Euro macht die EU dafür locker.
Die Möglichkeiten für die Marktstrategen sind groß.
Rund 20.000 Häuser dieser seit rund 500 Jahren bekannten Bauform sind aus Niederschlesien, der Oberlausitz, dem Elbsandsteingebirge und Nordböhmen nach Schätzungen noch erhalten.
Ein Ziel steht jetzt schon fest: Das Umgebindehaus soll international bekannter werden.