200.000 Euro gespendet: Betreiber waren im Urlaub, als Unwetter am Amselsee wütete
Rathen - Innerhalb kürzester Zeit war das Herzensprojekt von TV-Köchin Verena Leister (33) zerstört: Seit Karfreitag 2024 betreibt sie mit ihrem Mann Philipp Klinger (41) die "Wanderrast am Amselsee". Doch das Unwetter am Freitag zerstörte Imbiss und Bootsverleih in der Sächsischen Schweiz. Doch dann folgte gleich doppeltes Glück.
Eigentlich war das Paar im Kroatien-Urlaub, doch als die Nachricht von dem Unwetter kam, war dieser schnell vorbei.
Nur kurz darauf stand Leister vor den Trümmern ihres Herzensprojekts: "Das ist ein Ort, wo wir wissen, dass es ein Glück ist, so einen schönen Arbeitsplatz zu haben", sagt sie TAG24.
"Wir haben nur noch schnell die Technik herausgeholt", sagt Klinger. "Weil da die Sachen für das Finanzamt drauf waren."
Beide gehen davon aus, dass die Hütte komplett abgerissen und wieder neu aufgebaut werden muss.
Damit fielen auch Einnahmen für Saison weg, die Ausgaben blieben aber. Deshalb setzte Leister am Sonnabend einen Spendenaufruf ins Netz: "Das hat uns sehr viel Mut gekostet", sagt sie. "Eigentlich versuchen wir immer alles aus eigener Kraft zu schaffen."
Rund 6000 Spender haben über 200.000 Euro gespendet
Doch schon am Sonntag konnte sie die Aktion beenden: Rund 6000 Spender hatten über 200.000 Euro gegeben. "Das ist das, was wir grob berechnet hatten", so Leister. "Wir wollen uns daran nicht bereichern und es brauchen ja auch noch andere etwas."
Doch nicht nur für die Spenden sind die Imbiss-Betreiber, sondern auch für einen unglaublichen Zufall: "Wir hatten bis 17.00 Uhr geöffnet", sagt Leister. "17.20 Uhr sind unsere zwei Angestellten gegangen, 25 Minuten später die Bäume auf Imbiss und Bootsverleih gefallen."
Doch nicht nur das: "Ein Mitarbeiter wollte nochmal mit dem Kühlanhänger dorthin", sagt Klinger. "Aber er hat den Schlüssel nicht gefunden. Sonst wäre er genau zu der Zeit dort gewesen."
Wer trotzdem noch etwas spenden will: Auch auf den Standort der Bergwacht krachten Bäume, beschädigten die älteste Bergwachthütte Sachsens.
"Die hatten wir gerade erst saniert", so Sprecher Kai Kranich (40). "Bei beiden Gebäuden ist das kaputt, es hat herein geregnet." Ob der Dachstuhl noch zu retten ist, müsse noch geprüft werden.
Wer hier unterstützen will: Bergwacht-sachsen.de
Erstmeldung 10.57 Uhr, zuletzt aktualisiert: 15.30 Uhr
Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Kahnert/dpa//Marko Förster

