Nach der Gewitter-Katastrophe: Amselsee-Betreiberin ruft zu Spenden auf
Rathen - Schwere Gewitter zogen am Freitagabend über die Sächsische Schweiz und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Auch der Amselsee wurde von den Unwettern nicht verschont. "Das ist die Hölle", so Verena Leister, die den dortigen Imbiss betreibt. Nun bittet sie um Unterstützung beim Wiederaufbau.
Der Deutschen Presse-Agentur erklärte die TV-Köchin, die schon bei "The Taste" zu sehen war, dass sie sofort ihren Urlaub abgebrochen habe. "Wir waren tatsächlich gerade das allererste Mal seit neun Jahren in unserem Sommerurlaub mit den Kindern. Und dann kam der Anruf und dann war für uns klar, es ist sofort Sachen packen und wir müssen nach Hause."
Am Samstag steht die Dresdnerin vor ihrem zerstörten Eigentum. Ein Unwetter hatte am Freitagabend für schwere Schäden gesorgt, ein 28-Jähriger kam in der Nähe der Felsenbühne Rathen ums Leben, mindestens 13 Menschen wurden verletzt.
"Ich habe gestern Abend schon sehr viel geheult, weil man die Bilder natürlich gesehen hat und alles", so Leister.
Sie ergänzt: "Wir sind fassungslos über das Ausmaß der Zerstörung. Unsere Wanderrast und der Bootsverleih wurden schwer beschädigt - die Hütte liegt unter umgestürzten Bäumen begraben, und das gesamte Ausmaß der Schäden können wir derzeit noch nicht abschätzen."
Verena Leister bittet um Spenden für den Wiederaufbau
Am Samstagnachmittag meldete sich die TV-Köchin dann auch nochmal selbst vor der Kamera auf Instagram zu Wort. Sichtlich bewegt schilderte sie die aktuelle Situation rund um ihr "Herzensprojekt".
Die Wanderrast und der Bootsverleih am Amselsee bleiben demnach vorerst auf unbestimmte Zeit geschlossen. Ihr größtes Ziel sei es, den Betrieb so schnell wie möglich wieder aufnehmen zu können. Dafür bittet sie um Unterstützung.
In dem Clip ruft Verena zu Spenden auf. "Lass den Ort wieder zu leben erwecken - den wir so sehr lieben", betont sie.
Auf der Spendenseite GoFundMe wird auch das Ausmaß der Schäden genauer beschrieben: "Der See ist nahezu vollständig mit Baumstämmen bedeckt, unsere Boote wurden von den herabstürzenden Bäumen zerdrückt und unsere Hütte ist so schwer beschädigt, dass sie nach aktuellem Stand vermutlich komplett abgerissen und neu aufgebaut werden muss."
Neben dem Wiederaufbau der Wanderrast müssen neue Boote angeschafft, die Steganlage und das Gelände instand gesetzt sowie umfangreiche Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten durchgeführt werden. Zudem müssen die laufenden Betriebskosten während der Zeit ohne Einnahmen gedeckt werden.
"Jeder Beitrag - egal in welcher Höhe - hilft uns dabei, den Amselsee irgendwann wieder zu dem Ort zu machen, den so viele Menschen lieben und mit schönen Erinnerungen verbinden", heißt es auf der Spendenseite. Mittlerweile sind bereits rund 30.000 Euro zusammengekommen.
Waldgebiete in der Sächsischen Schweiz für Besucher gesperrt
Die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz reagierte derweil auf die schweren Unwetter. In der Nacht auf Samstag teilte die Behörde mit, dass mehrere Waldgebiete gesperrt worden seien.
"Durch extreme Sturmböen wurden viele Bäume entwurzelt, umgeknickt oder in Mitleidenschaft gezogen. Um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, gilt ab sofort ein striktes Betretungsverbot für die betroffenen Waldgebiete rund um den Amselgrund zwischen Bastei, Rathen, Hohnstein und dem Polenztal", hieß es in der Mitteilung.
Eine genaue Einschätzung des Schadensausmaßes sei derzeit noch nicht möglich. Viele Waldwege seien durch umgestürzte Bäume versperrt. Es bestehe akute Lebensgefahr.
Erstmeldung 8.43 Uhr, zuletzt aktualisiert 18 Uhr.
Titelfoto: Montage: Sebastian Kahnert/dpa (2)

