Hohnstein - Im letzten Augenblick noch ein Unglück verhindert: Weil sie einen nicht ordentlich abgelöschten Grill in ihre Wohnung am Markt von Hohnstein (Sächsische Schweiz) holten, breitete sich unbemerkt Giftgas aus. Hätten die Kinder nicht den Notruf gewählt, wäre die komplette sechsköpfige Familie womöglich an giftigem Kohlenmonoxid erstickt.
Sie waren es, denen es noch gelang, gegen 21 Uhr den Notruf zu erreichen: "Der Rettungsdienst rückte aus, weil Personen über Unwohlsein klagten", so Gemeindewehrleiter Michael Hille (33). "Vor Ort schlug der Kohlenmonoxid-Warner an, die Feuerwehr wurde nachalarmiert."
Schnell hatte man in der Wohnung einen Grill als Ursache des Gases ausgemacht, der zwar nicht mehr brannte, aber trotzdem schmorte.
Die Polizei geht davon aus, dass das Gerät zunächst im Treppenhaus genutzt, dann nach dem unvollständigen Ablöschen in die Wohnung gebracht wurde.
Durch diese unüberlegte Aktion hatte sich das gefährliche Gas Kohlenmonoxid im gesamten Gebäude verbreitet.
Erst sehr viel später setzten dann die gesundheitlichen Probleme ein. Der Vater (57), seine Frau (49), zwei Töchter (21, 11) und zwei Söhne (11, 13) kamen mit Verdacht auf Kohlenmonoxidvergiftung ins Krankenhaus. Da der Grill nicht mehr gequalmt hatte, entstand kein Sachschaden.
Vater, Mutter, Söhne und Töchter verletzt
Der Holzkohlegrill wurde von den Kameraden umgehend nach draußen geschafft. Die Räumlichkeiten wurden anschließend belüftet.
"Kohlenmonoxid ist ein Gas, was man weder riecht noch sieht", warnt Wehrleiter Hille. "Das setzt sich an den roten Blutkörperchen fest, sodass die Sauerstoffsättigung abnimmt." Man bekomme Kopfschmerzen, verliere schleichend Orientierung und Bewusstsein.
Nachdem die Verletzten ins Krankenhaus gebracht worden waren und das Haus durchlüftet war, konnte der Einsatz gegen 22.30 Uhr beendet werden. Nun ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung.
Erstmeldung vom 18. März 2026, 7.01 Uhr; letzte Aktualisierung 18.02 Uhr