Rathen - Zwei Wochen nach dem verheerenden Sturm von Rathen schrumpft das Krisengebiet weiter. Die Schwedenlöcher, der Gansweg, Teile des Amselgrunds und das Polenztal sind wieder frei. Im schlimmsten Schadensgebiet beginnt nun die spektakulärste Phase der Aufräumarbeiten: Ab Anfang September sollen Hubschrauber tonnenschwere Baumstämme ausfliegen.
"Viele Verhaue aus übereinander geworfenen Bäumen mussten mit Motorsäge und Unterstützung durch Forstschlepper aufgelöst werden", sagt Revierförster Frank Wagner (62).
Dazu kamen Reparaturen: Eine Firma aus Waltersdorf setzte beschädigte Stufen in den Schwedenlöchern instand, sechs Jugendliche der Integrationsgesellschaft Sachsen räumten die mehr als 700 Stufen von Ästen und Laub frei.
Auch die Waltersdorfer Mühle ist wieder erreichbar. Der gesperrte Bereich wurde nach Angaben der Nationalparkverwaltung um ein Viertel verkleinert.
Der Borkenkäfer hat ideale Bedingungen
Amselsee, Pionierweg und Füllhölzelweg sind indes zwar für die Forstarbeiten wieder befahrbar, für Wanderer aber weiterhin gesperrt. Nationalpark-Chef Uwe Borrmeister (54) rechnet dort noch bis Oktober mit Einschränkungen.
Das Problem: Das Gelände ist steil und teilweise kaum erreichbar. Ab Anfang September sollen deshalb Hubschrauber eingesetzt werden, um jeweils bis zu 1,2 Tonnen totes Holz rund um den Amselsee und die Felsenbühne auszufliegen.
Die Zeit rennt: Nicht nur das Fichtenholz bietet dem Borkenkäfer ideale Bedingungen. "Generell ist die Gefahr immer groß", so Borrmeister weiter.
In diesem eng begrenzten Schadensgebiet sei sie derzeit besonders hoch. Alles werde nicht verschwinden. "Wo es möglich ist, soll die Natur Natur bleiben."