Schreck für Wanderer: Hier donnert ein Kampfjet im Tiefflug durch die Sächsische Schweiz

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Ostrau - Aufregung in der Sächsischen Schweiz! Am Mittwoch donnerte ein Kampfflieger unterhalb der berühmten Felsgruppe "Schrammsteine" vorbei. TAG24 sprach mit einem Augenzeugen (40) über den schockierenden Moment und seine Aufnahme, die ihm später einen viralen Hit einbrocken sollte.

Wanderer Marc Alexander Kunze wurde bei seinem Ausflug zu den Schrammsteinen von einem Düsenjet überrascht.
Wanderer Marc Alexander Kunze wurde bei seinem Ausflug zu den Schrammsteinen von einem Düsenjet überrascht.  © Bildmontage/Marc Alexander Kunze (2)

Mittlerweile wurde das Video von Marc Alexander Kunze auf Instagram über zwei Millionen Mal angeklickt: Am Mittwoch wollte der leidenschaftliche Fotograf eigentlich den herrlichen Ausblick auf die Schrammsteine auf Video festhalten, bis ohrenbetäubender Lärm die idyllische Stimmung unterbrach.

In seiner Aufnahme sieht man, wie kurz vor 11 Uhr ein Kampfflieger in geringer Höhe von links ins Bild fliegt und wenige Sekunden später hinter der zerklüfteten Felsgruppe verschwindet.

Bei der Sichtung handelt es sich um einen Tornado. Auf TAG24-Anfrage beim Luftfahrtamt der Bundeswehr erklärte ein Sprecher am Freitag, dass der Jet zum Taktischen Luftwaffengeschwader 51 aus Schleswig gehört.

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Das Kampfflugzeug war im Rahmen des täglichen Routineübungs- und Ausbildungsflugbetriebs in Holzdorf gestartet. Die Schrammsteine passierte es dann in einer Höhe von 308 Metern über dem Grund und landete anschließend in Rostock-Laage.

"Einen so tiefen Überflug hatte ich in meinem Leben noch nie erlebt", erklärt Marc, der ursprünglich vom Bodensee stammt, gegenüber TAG24. Im ersten Moment sei er "richtig erschrocken" gewesen, gibt der 40-Jährige zu. Er war am Mittwoch allein zu einer Tour durch die Sächsische Schweiz aufgebrochen. "In der Natur finde ich Ruhe, tanke neue Kraft und halte besondere Momente mit meiner Kamera fest."

Wanderer filmt Düsenjet an Schrammsteinen

Der 40-jährige Fotograf ist nach dem Erlebnis zwiegespalten: Einerseits wünscht er sich im Nationalpark Ruhe, andererseits findet er es gut, dass das Militär für unsere Sicherheit trainiert.
Der 40-jährige Fotograf ist nach dem Erlebnis zwiegespalten: Einerseits wünscht er sich im Nationalpark Ruhe, andererseits findet er es gut, dass das Militär für unsere Sicherheit trainiert.  © Marc Alexander Kunze

Mit der Ruhe war es an den Schrammsteinen allerdings dann kurz vorbei. Dass der Ausflug im Nationalpark mit einem derartigen Schock - und einem viralen Video - endet, hatte er nicht erwartet. "Ich wusste bis dahin gar nicht, dass in der Sächsischen Schweiz solche Trainingsflüge stattfinden." Er beschreibt sein Erlebnis als erschreckend und gleichzeitig unglaublich beeindruckend.

"Einerseits gehe ich in ein Naturschutzgebiet, um Ruhe zu finden, abzuschalten und die Natur zu genießen. Andererseits bin ich sehr dankbar, dass es Menschen gibt, die für unsere Sicherheit trainieren", meint er.

Sein Beitrag auf Instagram erlangte derweil schon über zwei Millionen Klicks (Stand 10. Juli, 8.45 Uhr), auf TikTok kratzt er bereits an der 70.000-Klicks-Marke.

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Doch warum muss die Bundeswehr ausgerechnet im Luftraum der Sächsischen Schweiz trainieren? TAG24 hat nachgehakt.

Darf die Bundeswehr im Nationalpark trainieren?

So ein Panavia 200 Tornado flog am Mittwoch an den Schrammsteinen vorbei. (Archivbild)
So ein Panavia 200 Tornado flog am Mittwoch an den Schrammsteinen vorbei. (Archivbild)  © Christophe Gateau/dpa

"Grundsätzlich ist militärischer Flugbetrieb überall in Deutschland zulässig und ist nicht an bestimmte Streckenführungen gebunden", teilt der Sprecher des Bundeswehr-Luftfahrtamtes mit. Kampfflugzeuge müssen dabei aber die Mindesthöhe von etwa 150 Metern über dem Grund einhalten, beim Überflug von Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern sogar rund 600 Meter.

Spezielle Geländeprofile wie die Sächsische Schweiz bieten den Piloten in der Ausbildung einzigartige Gegebenheiten, um Verfahren wie Konturenflüge zu üben.

Man bemühe sich, eine weiträumige Verteilung der Flugbewegungen zu erreichen und die dadurch entstehende Lärmbelästigung auf ein niedriges Niveau zu bringen.

Fragen und Beschwerden rund um den militärischen Flugbetrieb können Bürger übrigens direkt an die Bundeswehr unter der Nummer 0800 / 8620730 richten.

Titelfoto: Bildmontage/Marc Alexander Kunze (2)

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