Unter dem Malerweg abseilen durch Wasserfälle: Der irre Adrenalin-Kick an der Rathewalder Mühle

Rathen (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) - Wandern, Klettern, Radeln, Paddeln - die Sächsische Schweiz ist ein Paradies für Outdoor-Aktive. Jetzt kann man dort sogar das Canyoning ausprobieren - ein einmaliges Angebot, das Nervenkitzel verspricht. TAG24-Reporterin Pia Lucchesi (52) probierte es exklusiv an der Rathewalder Mühle.

Mühlenguide Wido Woicik (63) und TAG24-Reporterin Pia Lucchesi (52) beim Abseilen im Mini-Canyon.  © Thomas Türpe

Vorab Theorie: Canyoning ist ein Outdoorsport, bei dem man sich durch eine Schlucht entlang eines Gebirgsbachs bewegt. Hindernisse wie Wasserfälle und Felsstufen werden dabei durch Abseilen, Springen, Schwimmen und Rutschen überwunden. Die Rathewalder Mühle besitzt einen Mini-Canyon.

Der Grünbach (auch Amselgrundbach genannt) und der Mensch formten und gestalteten ihn in dem wildromantischen Tal. "Vier Wasserfälle, drei Tunnel und einige Stufen direkt im Wasser sorgen für ein einmaliges Canyoning-Erlebnis", verspricht Mühlen-Guide Wido Woicik (63).

Los geht der Spaß mit Abseilen oberhalb der alten Sägemühle am Ablauf eines Staubeckens. Das Wasser stürzt dort ein paar Meter mit Getöse ins Tal. Adrenalin im Kopf oder Grünbach - was rauscht hier wohl mehr? Rechts der Fels. Links die Grundmauern. Oben die Sägemühle. Der Mühlgraben ist wahrlich kein Wohlfühlort für wasserscheue Angsthasen.

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Vorm nächsten Abseilen über eine kleine Kaskade gibt Wido Woicik Tipps. Der erfahrene Bergsteiger- und -retter ist ausgebildeter Alpenvereins-Trainer. Er kennt das Gebirge wie seine Westentasche. Canyoning-Erfahrungen sammelte er in den höchsten Gebirgen Europas.

Woicik ermutigend: "Das Moos auf dem Sandstein ist nicht glitschig. Man steht da wirklich super."

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Der Mühlenguide führt seine Gäste mit Umsicht und Erfahrung.  © Thomas Türpe
Nix für Zuckerpuppen. Beim Canyoning kann man patschnass werden.  © Fotomontage/ Thomas Türpe
Beim Canyoning an der Rathewalder Mühle bewegt man sich auch in Tunneln unterhalb der Gebäude.  © Thomas Türpe
Der Mini-Canyon folgt dem Weg des Wassers an der Rathewalder Mühle.  © Fotomontage/ Thomas Türpe

Mal auf allen vieren oder auf dem Allerwertesten - das Abenteuer fordert einiges ab

Ein paar Meter sind auch im Vierfüßlergang zurückzulegen.  © Thomas Türpe

Wusch! Hier könnte man sich eine Volldusche abholen. Weiter geht's durch einen Tunnel. Der Malerweg wird hier unterquert. Ob die Wanderer oben ahnen, was im Untergrund abgeht? Sicher nicht. Sie haben bestimmt nur Augen für die hübsche Felsenkirche.

Weiter - mal auf allen Vieren, dann wieder gebeugt oder auf dem Allerwertesten. Gut eine Stunde dauert es, den Mini-Canyon zu erobern. Etwa 200 Längen- und 49 Höhenmeter legt man dabei zurück. Nicht viel, denkt jetzt mancher. Mag sein. Umso größer ist dafür der Spaß.

Die Tour ist über Rathewalder-Mühle buchbar. Mindestalter der Teilnehmer: sieben Jahre. Ausrüstung: Badesachen, Handtuch, Schuhe, die nass werden können. Klettergurt, Helm, Abseilgerät werden gestellt. Gruppenpreis: 60 Euro (maximal fünf Personen).

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