Schlimme Krankheit: 26-Jährige muss seit Jahren im Dunkeln liegen

Frohburg/Bitterfeld - Mit 26 sollte man das Leben in vollen Zügen genießen. Doch Isabell Jehnich liegt im Dunkeln und darf nicht einmal berührt werden. Kein Licht, kein Geräusch, kein Flüstern - jeder Reiz ist für sie wie ein Schlag. Was nach einem Albtraum klingt, ist seit über zwei Jahren der Alltag der jungen Sächsin.

Mutter Janine Jehnich (52, r.) ist die Einzige, die wirklich zu Isabell ins Zimmer kann.
Mutter Janine Jehnich (52, r.) ist die Einzige, die wirklich zu Isabell ins Zimmer kann.  © privat

Isabell leidet an ME/CFS. Vereinfacht gesagt: Ihr Körper ist dauerhaft im Alarmzustand. Schon kleinste Anstrengungen führen zu sogenannten "Crashes" - dramatischen Zusammenbrüchen, nach denen es ihr noch schlechter geht.

Seit November 2023 liegt die 26-Jährige nur im Bett. Sie lebt in völliger Reizabschirmung, in einem abgedunkelten Zimmer. Kommunikation ist kaum möglich.

"Sie hat ihre Ausbildung verloren, ihr soziales Umfeld verloren, ihren Ehemann verloren", sagt Mutter Janine (52).

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Doch das Schlimmste: "Man wird auf der ganzen Linie alleingelassen." Neue Hausärzte nehmen sie nicht auf, Kliniken haben keine Therapien für so schwere Fälle. Pflegeheim oder Pflegedienst sind auch keine Möglichkeiten. "So hart das klingt, aber die wollen sich das nicht antun."

Ihr jetzt zehnjähriger Bruder Moritz hat Isabell seit drei Jahren nicht gesehen. (Archivfoto)
Ihr jetzt zehnjähriger Bruder Moritz hat Isabell seit drei Jahren nicht gesehen. (Archivfoto)  © privat
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Die Familie muss viele teure Behandlungen selbst bezahlen

Eine Blutwäsche allein kostet um die 3000 Euro pro Sitzung.
Eine Blutwäsche allein kostet um die 3000 Euro pro Sitzung.  © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die Krankheit ist neuroimmunologisch, das heißt, Nerven- und Immunsystem spielen verrückt.

Eine mögliche Therapie ist eine Art Blutwäsche: Dabei wird das Blut gefiltert, um schädliche Bestandteile zu entfernen. Doch jede Behandlung kostet Tausende Euro, genauso wie Medikamente und Transporte. Über 40.000 Euro hat die Familie bereits selbst bezahlt.

Janine pflegt ihre Tochter rund um die Uhr. Es schmerzt sie, ihre Tochter so sehen zu müssen. "Man ist mehr tot als lebendig", sagt sie leise.

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Besonders schwer sei es für Isabells Bruder Moritz (10). "Früher haben die beiden viel Zeit miteinander verbracht. Heute ist selbst ein kurzer Besuch nicht möglich."

Unterstützung kam bereits aus dem Heimatort Frauendorf. "Hier haben uns ganz viele Geld vorbeigebracht." Die Hoffnung ruht auf weiteren Blutwäschen, doch dafür braucht die Familie finanzielle Hilfe. Helfen könnt Ihr unter diesem Link: www.gofundme.com/f/hilfe-fur-die-schwerkranke-isabell-jehnich-26.

Titelfoto: Bildmontage: privat

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