Brennende Barrikaden im Hotel: Junkie nach Mord-Versuchen in Haft

Leipzig - Er wollte offenbar Menschen sterben sehen. In Leipzig ist ein Mann wegen siebenfachen versuchten Mordes inhaftiert worden. Er soll in der Silvesternacht einen heimtückischen Brandanschlag auf ein Innenstadt-Hotel verübt haben. Die Details sind schockierend.

Das B&B-Hotel Leipzig City - hier gab es in der Silvesternacht einen heimtückischen Brandanschlag.
Das B&B-Hotel Leipzig City - hier gab es in der Silvesternacht einen heimtückischen Brandanschlag.  © privat

Der Polizei ist Thomas B. (42) schon seit Jahren bekannt. Obwohl er auf dem Papier eine Meldeadresse in Leipzig hat, wird er dennoch jener Obdachlosen-Szene zugerechnet, die rund um den Hauptbahnhof ein Leben aus Beschaffungskriminalität und Drogenkonsum fristet.

Unzählige Diebstähle, Schwarzfahrten und Körperverletzungsdelikte finden sich in seinen Akten bei der Staatsanwaltschaft.

In der Silvesternacht ist aus dem Kleinkriminellen nun ein Schwerverbrecher geworden, glaubt man den Ermittlungen.

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Gegen 1 Uhr soll sich Thomas B. über einen Seiteneingang ins B&B-Hotel an der Nikolaistraße eingeschlichen haben. Im vierten und fünften Stockwerk begann er, aus Wäschewagen und weiteren Hotel-Utensilien auf den Fluren Barrikaden zu bauen.

Während die Hotelgäste arglos in ihren Zimmern schliefen oder die Silvester-Shows im TV ansahen, habe der Junkie die Barrikaden angezündet.

Offenbar wollte er, dass die Menschen nicht mehr ins Freie flüchten können. Wie aus Justizkreisen zu erfahren war, soll B. auch die auf den Fluren befindlichen Feuerlöscher manipuliert haben.

Sieben Hotelgäste vom Feuer überrascht

Ein Wagen des Zimmerservice im B&B-Hotel Leipzig City. Aus diesen Gefährten hatte der Täter Barrikaden gebaut und angezündet.
Ein Wagen des Zimmerservice im B&B-Hotel Leipzig City. Aus diesen Gefährten hatte der Täter Barrikaden gebaut und angezündet.  © privat

Überführt wurde der Feuerteufel unter anderem über Aufzeichnungen der Videoüberwachung im Hotel. Die Bilder sollen den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zufolge belegen, dass sich Thomas B. auch nach Brandausbruch noch minutenlang im Hotel aufhielt.

Die sofort angesprungene Rauchmeldeanlage und der schnelle Einsatz der Feuerwehr verhinderten, dass es zu einem Großbrand mit Toten und Schwerverletzten kam.

Lediglich ein Hotelmitarbeiter erlitt eine Rauchgasvergiftung und musste ins Krankenhaus.

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Da sich zur Tatzeit insgesamt sieben Hotelgäste in den Zimmern der betroffenen Flure aufhielten, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen siebenfachen Mordversuchs.

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Feuerteufel Thomas B. (42) wurde jetzt wegen versuchten Mordes in sieben Fällen verhaftet. (Symbolfoto)
Feuerteufel Thomas B. (42) wurde jetzt wegen versuchten Mordes in sieben Fällen verhaftet. (Symbolfoto)  © Imago

Thomas B. wurde vergangene Woche durch Bundespolizisten am Hauptbahnhof festgenommen. Das Amtsgericht erließ Haftbefehl.

Bei der Durchsuchung seiner Melde-Wohnung seien Spuren und Beweismittel festgestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Hotel-Zündler, der bislang zu den Vorwürfen schweigt, soll nun psychiatrisch begutachtet werden.

Titelfoto: Bildmontage: privat; imago

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