Schmierereien in Sachsen - muss das sein?
Sachsen - Graffiti an Wänden, in Tunneln und an Hausfassaden: Für viele in Sachsen gehört das mittlerweile zum Alltag, für Kommunen ist das jedoch ein teures Dauerärgernis - und ein Problem, das sich offenbar kaum in den Griff bekommen lässt. Doch muss das so sein? Ein Kommentar.
Während Städte und Gemeinden jedes Jahr viel Geld in Reinigung, Sanierung und Prävention stecken, bleiben die Taten der illegalen Sprayerei oft ohne Konsequenzen.
15 Prozent Aufklärungsquote in Sachsen über zehn Jahre hinweg - das ist ernüchternd.
Allein zwischen 2023 und 2025 wurden laut dem Sächsischen Staatsministerium des Innern in Sachsen insgesamt 24.812 Fälle von Graffiti-Sachbeschädigung registriert, was Kommunen vor große Herausforderungen stellt.
Denn das Entfernen der Schmierereien ist mit erheblichem Aufwand verbunden, erfordert teils teure Spezialverfahren und bindet Personal, das an anderer Stelle dringend gebraucht wird.
Ein Kreislauf, der sich wiederholt und vielerorts nur schwer zu durchbrechen scheint. Man kann nur den Kopf schütteln - dabei geht es auch anders!
Sprayen muss nicht mit Sachbeschädigung verbunden sein
Wer sich kreativ ausdrücken möchte, hat durchaus Möglichkeiten - und die sollten auch genutzt werden.
Städte wie Dresden oder Leipzig stellen legale Graffitiflächen zur Verfügung, auf denen Sprayen ausdrücklich erlaubt ist. Auch Plattformen wie "Legal-Walls" zeigen, wo solche Flächen zu finden sind.
Zudem gibt es verschiedene Projekte, in denen insbesondere Kinder und Jugendliche aktiv in die Gestaltung öffentlicher Räume einbezogen werden - ein Beleg dafür, dass Gestaltung und Ausdruck nicht mit Sachbeschädigung verbunden sein müssen.
Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel, Holm Helis
