Von Birgit Zimmermann
Leipzig/Halle - Die Grünen fordern den Freistaat auf, nächtliche Leerflüge am Flughafen Leipzig/Halle besser zu überwachen. Das solle dazu beitragen, die Anwohnerinnen und Anwohner stärker vor Nachtfluglärm zu schützen, teilte Fraktionschefin Franziska Schubert (44) mit.
Bei Leerflügen starten oder landen die Flieger ohne Fracht an Bord auf dem Flughafen. Diese sogenannten Positionierungsflüge sorgen dafür, dass Flugzeuge zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, um das Frachtgeschäft abzuwickeln.
Schubert hat bei der Landesregierung erfragt, dass es 2025 in Leipzig/Halle 1354 dieser Leerflüge gegeben hat. Dass 352 davon nachts stattfanden, nennt die Grünen-Politikerin mit Blick auf den Lärmschutz "alarmierend".
Sachsens Staatsregierung müsse Leerflüge und ihre Notwendigkeiten systematisch erfassen, forderte Schubert.
Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (62, CDU) ließ die Grünen-Politikerin wissen, dass die Regierung keine Erkenntnisse darüber habe, aus welchen betrieblichen Gründen die Leerflüge am Flughafen Leipzig/Halle durchgeführt werden. Das sei Sache der Fluggesellschaften.
Der Flughafen Leipzig/Halle besitzt als einer der wenigen Airports in Deutschland eine Nachtflugerlaubnis. Es gilt für sogenannte Expressfracht. Der Logistikkonzern DHL betreibt hier ein großes Drehkreuz.
Voriges Jahr gab es laut Antwort der Staatsregierung auf Schuberts Anfrage 49.634 Frachtflüge in Leipzig/Halle. Davon wurden 73 Prozent (36.289) nachts abgewickelt.