Sie verlieren heftig und oft - aber immer mit Anstand: Hut ab vor dieser "Kopf hoch!"-Truppe
Radeberg - Jetzt erst recht! Trotz teils dramatisch hoher Niederlagen zieht sich ein Team von Radeberger Nachwuchskickern immer wieder die Fußballschuhe an. Sie lachen, trainieren, kämpfen - und lernen dabei vielleicht etwas viel Wichtigeres als Siege: Teamgeist. Die D4-Jugend des Radeberger SV aus Sachsen ist die Mannschaft der großen Niederlagen, aber auch der ganz großen Herzen.
Während andere nach solchen Pleiten vielleicht hinschmeißen würden, sagen Anton (10) und Miro (11): "Es geht nicht nur um den Sieg, sondern auch um Spaß." Die Ergebnisse der Saison tun teilweise richtig weh: 2:61, 0:25 oder 1:28. "Manchmal war es schlimm", sagt Anton. "Richtig schlimm", ergänzt Miro.
Und trotzdem kommen die Jungs weiter zweimal pro Woche zum Training. Warum? "Das Training und als Mannschaft spielen macht Spaß", sagt Miro. Anton liebt vor allem die Spiele. Selbst wenn’s mal ordentlich auf die Mütze gibt.
Trainer Michael Voll (40) feiert genau diese Einstellung. "Man ist froh, dass sie sich bewegen und nicht nur vor der Playsi hängen."
In seiner D4 spielen Kinder aus mehreren Jahrgängen zusammen, viele haben erst spät mit Fußball angefangen. "Bei mir geht einfach Ausbildung vor Erfolg", sagt Voll.
Jetzt kostenlos für den News-des-Tages-Newsletter anmelden!
Erfolgserlebnisse gibt es trotzdem
Deshalb dürfen die Kinder ausprobieren, dribbeln, Fehler machen. "Wir wollen Offensivfußball sehen, Eins-gegen-eins-Situationen und Finten. Nur durch Fehler lernt man."
Und Erfolgserlebnisse gibt es trotzdem: Mitte April gewann man mit 9:2 gegen die SG Bühlau 5. Anfang Mai schaffte die Mannschaft im Testspiel gegen die SG Weixdorf III ein 0:0. Besonders stolz ist der Trainer deshalb auf den Mut seiner Mannschaft. "Wenn sie sich plötzlich trauen, etwas zu versuchen - das ist für mich das Wichtigste."
Auch die Kinder haben in dieser Saison einiges gelernt und wollen noch vieles besser machen "Mehr Tricks oder Finten und besser abspielen", sagt Anton.
"Wir müssen uns trauen, einfach mehr zu versuchen", meint Miro. Und was sagen die beiden Kindern, die nach Niederlagen aufgeben wollen? "Einfach Kopf hoch. Man muss auch mal Niederlagen vertragen."
Titelfoto: Steffen Füssel

