Dresden - Der demografische Wandel wird den Immobilienmarkt in Sachsen spürbar verändern. Eine Analyse des Immo-Dienstleisters "Jacasa" zeigt, dass Baby-Boomer-Eigentum vor allem in Ostdeutschland weit verbreitet ist. Die Jahrgänge 1946 bis 1964 setzen immer mehr Immobilien frei. Ökonomen sprechen bereits von einem "Silver Tsunami".
Gut vier von zehn Eigentumsimmobilien in Sachsen befinden sich in den Händen sogenannter "Boomer", die zwischen '46 und '64 geboren sind. Das geht aus dem "Silver Tsunami Index" von Jacasa hervor.
Damit liegt der Freistaat über dem bundesweiten Durchschnitt von nicht mal einem Drittel. Die fünf Bundesländer mit dem höchsten Babyboomer-Anteil sind ausnahmslos ostdeutsche Länder.
Auf Landkreis-Ebene belegen Meißen (44 Prozent) und Zwickau (42 Prozent) bundesweit sogar die Plätze 3 und 10.
Doch wenn immer mehr Boomer-Immobilien gerade in ländlichen und strukturschwachen Regionen auf den Markt kommen, droht bis 2050 ein Überangebot.
Ziehen jüngere Generationen dazu weiterhin in Großstädte, sinken die Preise und wächst der Leerstand.
Im Kreis Zwickau und Vogtland droht ein besonderes Leerstandsrisiko
Ein besonderes Leerstandsrisiko besteht in Regionen, in denen ein hoher Babyboomer-Anteil auf bereits vorhandenen Leerstand trifft, so die Analysten. Das trifft die Kreise Zwickau und der Vogtlandkreis mit einer bestehenden Leerstandsquote von 13,0 Prozent, Görlitz mit (12,2 Prozent) und den Erzgebirgskreis (11,9 Prozent) am meisten.
Verbände wie die Wohnungswirtschaft Sachsen oder die Sächsischen Wohnungsgenossenschaften warnen seit Jahren vor leer stehendem Land aufgrund der Abwanderung junger Menschen. In fast allen sächsischen Landkreisen sind in den vergangenen Jahren bis zu ein Fünftel der jungen Jahrgänge abgewandert.