So hart trifft das frühe WM-Aus der Deutschen die Brauereien in Sachsen

Dresden - Die Deutschen sind raus. Sitzen jetzt weniger Zuschauer zwischen Bad Muskau und Plauen beim Bier vor den Bildschirmen? Wie sich das frühe Ausscheiden auswirkt, hat TAG24 bei sächsischen Brauereien nachgefragt.

Marc Kemper, Vertriebschef Gastronomie von Carlsberg Deutschland: späte Anstoßzeiten - länger Gäste.  © Thomas Lorenz

In der Bergquell Brauerei Löbau, die etwa "Lausitzer Porter" produziert, hatte man sich schon auf die Übertragung der deutschen Spiele beim Public Viewing auf der Messe gefreut. Jetzt ist das ganze restliche Programm abgesagt, die gesamte zur Verfügung gestellte Technik bereits wieder abgeholt. "Es begann mit einer Euphorie. Jetzt müssen wir der Realität ins Auge sehen", sagt Geschäftsführer und Inhaber Steffen Dittmar (63).

Durch die späten Anstoßzeiten seien viele Fans früher in die Gastronomie gekommen und länger geblieben, sagt Marc Kemper vom Vertrieb von Carlsberg Deutschland. Das fällt nun weg. Zu Carlsberg gehört auch die älteste sächsische noch existente Brauerei - Wernesgrüner.

Dass sich das Aus in den Gaststätten auswirken wird, glaubt auch Johannes Glaab (48) von der Stadtbrauerei Wittichenau (bei Hoyerswerda). "Aber das merken wir kaum. Weil dafür sind wir einfach viel zu klein."

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Er und sein Bruder Stefan produzieren mit 15 Mann rund 15.000 Hektoliter Bier pro Jahr, das im Umkreis von 30 Kilometern vermarktet wird. "Und wenn es zu warm ist, greifen die Leute sowieso lieber zum Alkoholfreien", sagt Glaab. Seit drei Jahren produziert die Brauerei sogar eines in Bio-Qualität.

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In der Löbauer Bergquell Brauerei wird unter anderem das bekannte "Lausitzer Porter" produziert.  © Eric Münch
Wir waren dabei! Ein Prost auf das frühe Aus für Deutschland! (Symbolfoto)  © IMAGO/Christoph Reichwein
Braumeister Thomas Fiedler (51) von der Privatbrauerei Fiedler in Scheibenberg. Bei der Brauerei geht man davon aus, dass das Ausscheiden der Deutschen Auswirkungen auf den Bierkonsum haben wird.  © Kristin Schmidt

Bierkonsum sinkt weltweit weiter

Der Bierkonsum hängt von vielen Faktoren ab, heißt es von der Radeberger Gruppe. Nicht nur vom schlechten Abschneiden der Deutschen Nationalmannschaft.  © dpa/Sebastian Kahnert

Bei der Privatbrauerei Fiedler im erzgebirgischen Scheibenberg geht man ebenfalls davon aus, dass der Bierkonsum nach dem Ausscheiden der Deutschen zurückgehen wird. Der Bierkonsum sei von vielen Faktoren abhängig, heißt es dagegen von der Radeberger Gruppe.

"Vor diesem Hintergrund lässt sich auch das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft nicht seriös als einzelner Faktor für die weitere Absatzentwicklung bewerten", so Birte Kleppien. Zu dem Braukonzern gehören neben Radeberger auch Freiberger, Ur-Krostitzer, Reudnitzer oder Sternburg.

Der Jahresabschluss des Oetker-Konzerns, zu dem die Radeberger-Gruppe gehört, hatte allerdings 2024 festgestellt, dass das frühe Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft "nicht förderlich für die Bierbranche" gewesen sei.

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Doch der Bierkonsum sinkt weltweit, mit oder ohne Fußball. Laut dem Nürnberger Hopfenhändler BarthHaas produzierten die 40 größten Brauereikonzerne der Welt 2025 rund fünf Milliarden Liter Bier weniger als noch ein Jahr zuvor. Trotzdem: Prost!

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