Dresden - "Sachsen ist ein gutes Stück sicherer geworden", verkündete Innenminister Armin Schuster (64, CDU) zufrieden bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik 2025 am Dienstag. Im vergangenen Jahr registrierte man 2,6 Prozent weniger Straftaten der allgemeinen Kriminalität. Aber: mehr Cybercrime und mehr Jugendkriminalität.
2025 wurden 6656 Straftaten pro 100.000 Einwohner gezählt (2024: 7349). Die Aufklärungsquote lag bei 59,1 Prozent (2024: 60,5 Prozent).
Enorme Rückgänge gab es bei Diebstählen aus Autos (–19,8 Prozent) sowie Rauschgiftdelikten (–25,9 Prozent, u.a. wegen der Legalisierung von Cannabis).
Cybercrime nimmt allerdings um 10,7 Prozent (4410 erfasste Fälle) zu: Der Betrug im Internet boomt. Laut Statistik vervierfachte sich nahezu die Zahl von Anlagenbetrug. Betrugstaten, bei denen illegal auf Zahlungskarten zugegriffen wurde, stiegen um 50 Prozent. Es entstanden dadurch Millionenschäden in Sachsen.
Schuster: "Polizeiarbeit muss daher neu, national und international gedacht werden." Er plant weitere Aufklärungskampagnen.
Tatverdächtiger Kinder und Jugendliche in Sachsen: Starker Anstieg seit 2016
Kinder- und Jugendkriminalität ist weiter auf dem Vormarsch. Die Regierung will mit Spezial-Ermittlern, fokussierter Sozialarbeit sowie einem Nachjustieren im Strafrecht dem Problem Herr werden.
Binnen Jahresfrist stiegen die Fälle im Bereich Gewaltkriminalität von 9703 auf 10.090. Drei Viertel davon waren gefährliche und schwere Körperverletzungen. Dazu kamen 1978 Raubdelikte, 508 Vergewaltigungen und 72 Fälle von Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen.
In 24 Fällen kamen die Opfer ums Leben, in den anderen blieb es beim Versuch.
Der Anteil tatverdächtiger Kinder und Jugendlicher an der Gewaltkriminalität stieg seit 2016 von 13 auf 24 Prozent.
Die Kriminalität bei Zuwanderern bleibt ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit. Zuwanderer verübten rund 16.100 Straftaten (ohne Verstöße gegen das Ausländer-Recht). Das Gros waren Diebstähle. Etwa die Hälfte der Straftaten ging auf das Konto von Mehrfach- und Intensivtätern.
Das Ausmaß der politisch motivierten Kriminalität von rechts und links bleibt in Sachsen auf hohem Niveau.