So viel Personal in der Verwaltung braucht der Freistaat wirklich

Döbeln/Kamenz - Mit dem erneuten Personalanstieg in den sächsischen Behörden erhält die Diskussion um eine aufgeblähte Verwaltung neue Nahrung. Jetzt empfiehlt auch der sächsische Rechnungshof eine Wende - und korrigiert damit das Innenministerium.

Der Vizepräsident des Rechnungshofs, Stefan Rix (61), hat die Stellenempfehlung für sächsische Kommunen erarbeitet.  © Steffen Füssel

Wie Vizepräsident Stefan Rix (61) sagte, empfehle die Behörde für kommunale Verwaltungen rein rechnerisch 6,44 sogenannte Vollzeitäquivalente (VZÄ) oder Vollzeitarbeitsstellen pro 10.000 Einwohnern. Die Verwaltungsvorschrift des Innenministeriums sieht dagegen 6,6 VZÄ vor. Das Rechenmodell könne nur Orientierung bieten und sei individuell anzupassen, so Rix.

Grundlage für die Empfehlung bildete ein Fragebogen, der an 65 Gemeinden bis und über 10.000 Einwohner versandt wurde. Zudem wurden in einer Untersuchung sieben Modellgemeinden, darunter Delitzsch, Crimmitschau und Wilsdruff, näher unter die Lupe genommen.

Das Statistische Landesamt verzeichnete im Jahresvergleich für 2024 einen Personalanstieg um 4 850 Personen oder 2,2 Prozent, Landesbedienstete eingerechnet.

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In den kommunalen Verwaltungen arbeiteten 84.253 Angestellte (Stichtag: 30. Juni 2024).

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Dazu erklärte jetzt der Vizevorsitzende des DGB Sachsen, Ralf Hron (59): "Pauschalen Personalabbau unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus lehnen wir entschieden ab." Wer bei Schulen, Kitas, Sicherheit, Verkehr oder öffentlichen Dienstleistungen spart, schade der Attraktivität Sachsens sowohl bei den Fachkräften als auch bei Unternehmen.

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