Leipzig - Die Kritik an der geplanten Produktion von Marschflugkörpern in Leipzig durch den israelisch-amerikanischen Rüstungskonzern Covenant wächst. Aber nicht alle sind gegen die Ansiedlung.
Der Leipziger Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann (49, Linke) hat eine Anti-Rüstungspolitik schon in seinem Wahlprogramm verankert. Im Gegensatz dazu fällt seine Beurteilung zu Covenant vergleichsweise moderat aus. Für die Sicherheit sei sie kein Gewinn, sagte er dem MDR.
Kritik kommt auch von den Grünen. "Lokale Arbeitsplätze oder Gewerbesteuern legitimieren eine solche Produktion nicht", teilte die Stadtratsfraktion auf TAG24-Anfrage mit. Aber die Fraktion ist auch nicht blind: Sicherheit und Freiheit zu verteidigen "das geht leider nicht mit Worten allein".
Zuvor hatten sich bereits AfD und BSW kritisch geäußert. "Die BSW-Fraktion im Leipziger Stadtrat unterstützt jede Form zivilen Widerstands gegen diese Ansiedlung", sagte der Fraktionsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Eric Recke (39).
Leipzig und Teile der CDU reagieren positiv
Positiv reagierten die Stadt Leipzig und Teile der CDU. Der Leipziger CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Lehmann (58) etwa betonte dabei auch Sicherheitsaspekte. Von einer "hervorragenden Nachricht" sprach der Vorsitzende des Mitteldeutschen Sicherheitsinstitutes (MISI), Markus Kurczyk (62) und verwies auf die neuen Chancen für Zulieferer.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) wirbt schon seit geraumer Zeit um die Rüstungsindustrie. Diese Woche hatte Covenant bestätigt, schon ab 2027 jährlich 1000 Marschflugkörper des Systems Anthem in unmittelbarer Nähe zum Flughafen und zum Automobilwerk von BMW bauen zu wollen.