Graupa (Pirna) - Von den einen hingebungsvoll verehrt, von anderen radikal abgelehnt: Richard Wagner (1813-1883) ist angesichts seines Antisemitismus einer der umstrittensten Komponisten.
Die Richard-Wagner-Stätten in Graupa widmen sich ab Freitag in einer Sonderausstellung diesem schwierigen Aspekt im Leben des Komponisten.
Unter dem Titel "Tabu Wagner? Jüdische Perspektiven" sollen vor allem jüdische Positionen zu Wagner aus den vergangenen 200 Jahren herausgestellt werden, teilten die Veranstalter mit.
Die deutsch-schweizerische Schau wurde zuvor im Wagner Museum Luzern gezeigt und ist in Graupa anlässlich von "Tacheles!", dem Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen, bis 17. Januar 2027 zu sehen.
Kaum ein Thema sei wohl so umfangreich erforscht wie Wagners Verhältnis zum Judentum, heißt es in der Ankündigung der Schau. Dabei liege das Hauptaugenmerk in der Regel auf dem Leben und Werk Wagners. Nun werde sein Antisemitismus aber aus neuem Blickwinkel betrachtet.
Die Wagner-Stätten erklären: "Die Ausstellung will keine Antworten geben, sondern zum Dialog und zu einer sachlichen Debatte um das 'Tabu Wagner' anregen: Wie wirkte und wirkt Wagner auf Jüdinnen und Juden? Wie gingen und gehen diese mit seinem Antisemitismus um?"
Kuratiert wird die Schau von Tom Adler von den Graupaer Wagner-Stätten in Kooperation mit Franziska Gallusser vom Wagner-Museum Luzern. Öffnungszeiten: Mo.-Fr., 11-17 Uhr; Sa.+So., 10-17 Uhr, dienstags geschlossen.