Von Andreas Hummel
Chemnitz - Die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist leicht zurückgegangen. Im März waren rund 155.800 Menschen ohne Job. Das waren knapp 1800 weniger als im Vormonat, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit informierte.
Das sei vor allem auf Maßnahmen der Arbeitsagenturen und Jobcenter zurückzuführen, die verstärkt mit Arbeitsgelegenheiten und Qualifizierungen eingreifen.
Die klassische Frühjahrsbelebung sei bisher ausgeblieben, erklärte der Chef der Regionaldirektion, Klaus-Peter Hansen.
"Die wirtschaftlichen Unsicherheiten prägen nach wie vor den Arbeitsmarkt - was der aktuelle Nahostkrieg für mittelfristige Folgen hat, ist noch gar nicht abzusehen."
Die Arbeitslosenquote sank leicht von 7,3 im Februar auf nun 7,2 Prozent.
Gewerkschaftsbund in Sorge: "Industrie ist das Rückgrat der Wirtschaft in Sachsen"
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Sachsen fordert Entlastungen für Beschäftigte und Unternehmen. Vor allem die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe alarmiere.
"Die Industrie ist das Rückgrat der Wirtschaft in Sachsen. Sie muss jetzt durch gezielte Maßnahmen wie die Entlastung bei den Energiepreisen gestärkt werden", mahnte Landesvize Ralf Hron.
Dass die Arbeitslosigkeit nicht noch gravierender ausfällt, liegt den Angaben zufolge auch an der Altersstruktur hierzulande. "Die Boomer gehen in Rente, jeden Monat mehr, und es rücken zu wenig junge Menschen nach", erläuterte Hansen.
Das entlaste den Arbeitsmarkt in der momentan schwierigen Situation und sorge zugleich dafür, dass weiterhin Fachkräfte gesucht würden. So wurden im März rund 7100 freie Stellen neu gemeldet. Insgesamt lägen den Arbeitsagenturen und Jobcentern damit gut 31.200 Stellenangebote vor.
Nach Ostern Belebung am Arbeitsmarkt erwartet
Regional ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen unterschiedlich stark ausgeprägt. Am günstigsten sei die Arbeitsmarktlage entlang des Elbtals, heißt es. So punkten die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen mit den niedrigsten Quoten von 5,8 Prozent. Sorgenkinder sind dagegen die Städte Leipzig (8,9) und Chemnitz (9,8) sowie der Landkreis Görlitz (9,1).
Nach Ostern rechne er mit einer spürbaren Belebung am Arbeitsmarkt, sagte Hansen. Dann starten viele Außenberufe wieder durch. Angesichts der Unsicherheit gerade auch mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten ist sein Ausblick insgesamt jedoch verhalten.
Es wäre schon eine gute Nachricht, wenn die Arbeitslosigkeit bis Sommer bei knapp über 7 Prozent gehalten werden könnte, konstatierte Hansen.