Sprit-Irrsinn an der sächsischen Grenze: Auf 1600 Metern 30 Euro sparen
Klingenthal/Kraslice - Die neue alte Spritpreis-Schweinerei zementiert sich hier im Vogtland: Keine zwei Kilometer liegen zwischen den Tankstellen auf deutscher und tschechischer Seite. Doch zwischen ihnen liegt fast ein ganzer Euro Unterschied!
Schmerzverzerrte Gesichter an den Zapfsäulen der Republik: Seit der sogenannte Tankrabatt am Dienstag auslief, schossen die Preise für Diesel und Co. rasch zurück über die Zwei-Euro-Marke.
Bei einer Messung kam der ADAC auf plus 20,4 Cent bei Diesel und plus 18,2 Cent bei Super E10 in nur einer halben Stunde. Im Wochenvergleich von Donnerstag auf Donnerstag immerhin noch plus 12,8 und 10,6 Cent pro Liter. Mitten in der Urlaubszeit!
Ein Ende: nicht in Sicht. Der Krieg im ölreichen Iran geht trotz Waffenruhe weiter. Und der in der Ukraine will nicht enden.
Immerhin: Laut "Rheinischer Post" hat der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates am Freitag den Weg freigemacht für staatlich bestimmte Preisobergrenzen. Damit soll die Abzocke durch die Ölkonzerne endet. Doch ob und wann das kommt, bleibt ungewiss.
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Tanktourismus-Boom an Grenze
Wie absurd teuer der Sprit bei uns ist, zeigt sich nirgendwo deutlicher als an der Landesgrenze. In der Instrumentenbauerstadt Klingenthal etwa gibt es exakt eine Star-Tankstelle. Gegen 14 Uhr kostete der Liter Diesel dort 2,09 Euro, Super 2,13 Euro.
In nur 1600 Metern Entfernung liegt die erste "One" auf tschechischer Seite - und die Preise dort nur bei 1,58 und 1,71 Euro. Auf wenigen hundert Metern konnten Autofahrer am Freitagnachmittag also gute 50 Cent pro Liter sparen - oder einbüßen!
Beim Volltanken kommt man so schnell auf 30 Euro Preisunterschied. Tags zuvor haben TAG24-Leser 60 Cent Unterschied gesehen - und 36 Euro gespart.
Auch in Polen endete Ende Juni ein Tankrabatt. Dort zogen die Preise pro Kraftstoff um gute 15 Prozent an. Der ADAC gab am Freitag dennoch einen Mittelwert von 1,41 Euro pro Liter Diesel und 1,39 Euro für Benzin an. Verglichen mit dem deutschen Pendants ein Unterschied von 51 und 47 Cent!
Der deutsch-polnisch-tschechische Grenzraum steht also vorm nächsten Tanktouristen-Boom in diesem Jahr. Staus und lange Schlangen inklusive.
Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold (2)

