Dresden - Der ostdeutschen Kita-Landschaft steht in den nächsten Jahren ein tiefgreifender Wandel bevor. Die SPD warnt sogar vor einem Kita-Sterben ab 2027. Ursachen sind knappe Kassen und ein deutlicher Rückgang der Kinderzahlen durch den demografischen Wandel.
Laut den aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamts wurden im März 2025 genau 7469 Kinder weniger in den sächsischen Kindertageseinrichtungen betreut (gesamt: 319.418 Kinder) als noch ein Jahr zuvor (Tagespflege -741 Kinder; gesamt: 3827 Kinder). Einigen Kitas droht deshalb die Schließung.
Diese Situation wird sich im nächsten Jahr zuspitzen, befürchten die Kita-Experten der SPD-Fraktionen der ostdeutschen Länder, weil dann Bundesmittel wegfallen. Um dem entgegenzuwirken, ist ein Forderungspapier an Bundesbildungsministerin Karin Prien (60, CDU) unterwegs.
"Mit jedem Kind weniger verliert Sachsen etwas Zukunft", kommentierte Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU) die Zahlen. Bis 2040 werden 25 Prozent weniger Kinder an den Grundschulen erwartet - "eine Entwicklung, die wir zuerst in den Kinderkrippen und Kindergärten spüren".
Sachsen beschließt Kita-Moratorium
Sachsen verfügt über den schlechtesten Betreuungsschlüssel aller Bundesländer. Deshalb hat die Staatsregierung im vergangenen Jahr ein Kita-Moratorium beschlossen, wodurch 210 Vollzeitstellen zusätzlich möglich sind. Im August sollen weitere 210 Stellen hinzukommen. Demgegenüber drängen die Kommunen wegen leerer Kassen und steigender Kosten schon länger auf Personalreduzierungen und höhere Zuschüsse.
De facto ist die Zahl der Betreuenden im Jahresvergleich um 1061 auf insgesamt 43.256 Erzieherinnen und Erzieher gesunken.