Über 200 Exemplare: Dieser Sachse zeigt seine große Radio-Sammlung

Claußnitz - Radios haben es Detlef Helmert (69) angetan: Zu DDR-Zeiten baute er sich eigene Geräte zusammen. In den 1990ern begann er, ausrangierte Radios vor dem Sperrmüll zu retten und zu restaurieren. Mittlerweile umfasst seine Sammlung mehr als 200 Rundfunkempfänger - darunter sogar einer, der ohne Strom funktioniert.

Das Campingradio mit Taschenlampe gehört zu Detlef Helmerts (69) liebsten Stücken.  © Ralph Kunz

"Zu DDR-Zeiten hat man 1500 Ostmark für ein gutes Stereogerät gezahlt. Da habe ich mir lieber selbst die Teile besorgt und einen Korpus aus Pertinax-Hartpapier gebastelt", erzählt der gelernte Elektromonteur. Viele seiner Fundstücke bringt er auch heute wieder zum Laufen.

Zu den Raritäten, die Detlef Helmert zusammengetragen hat, gehören "Goebbels-Harfen" genannte Volksempfänger - einst Sprachrohr des Nazi-Propaganda-Ministers - genauso wie das DDR-Stern-Radio in Campingausführung mit integrierter Taschenlampe.

Auf einem Quelle-Radio steht "Made in Western Germany". "Gebaut wurde es aber im VEB Goldpfeil in Hartmannsdorf", weiß der Sammler.

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Nicht-Techniker bringt er mit dem ältesten Objekt der Sammlung zum Staunen: "Der Telefunken-Detektor von 1923 funktioniert ohne Stromquelle. Er bezog die nötige Energie für den Empfang sozusagen aus der Luft - über die elektromagnetischen Wellen eines Senders, die mit der Antenne aufgefangen wurden."

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Die Ausstellung gibt Einblicke in die Radio-Geschichte.  © Ralph Kunz
Der Museumsbahnhof Markersdorf in Claußnitz hat am Samstag geöffnet.  © Ralph Kunz
Dieser historische Detektor funktioniert sogar ohne Strom.  © Ralph Kunz

Wer in die Radio-Welt von Detlev Helmert eintauchen möchte, kann seine Sammlung am Samstag sowie am 24. und 25. Mai jeweils von 10 bis 18 Uhr im Museumsbahnhof Markersdorf in Claußnitz besuchen.

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