Dresden - Sachsen plant eine eigene Satellitenmission. "Saxon-1" soll hiesigen Unternehmen und Forschungseinrichtungen den Weg in All ebnen.
"Insbesondere für den Mittelstand eröffnet ein eigenes 'Ticket ins All' neue Möglichkeiten zur Erprobung, Demonstration und Skalierung innovativer Technologien", erklärt Wirtschaftsminister Dirk Panter (51, SPD). Das Vorhaben könne sich zu einem "technologischen Leuchtturm" entwickeln.
Der Bund plant immense Investitionen in die Raumfahrt. Allein das Verteidigungsministerium will bis 2030 bis zu 35 Milliarden Euro für Raumfahrt und Weltraumsicherheit ausgeben.
Das Wirtschaftsministerium schätzt den globalen Markt für weltraumgestützte Anwendungen bis 2040 auf rund 1,25 Billionen Euro. Panter: "Wenn wir ein Stück vom Kuchen abbekommen wollen, müssen wir beweisen, was wir können."
Die sächsische Satellitenmission soll die echte Anwendung von Technik aus Sachsen demonstrieren, erläutert Andreas Knopp, der an der Universität der Bundeswehr in München lehrt.
Der Professor: "Wir brauchen dazu fünf Millionen Euro vom Land, damit wir noch einmal dieselbe Summe beim Bund hebeln können."
Etliche Firmen in Sachsen haben sich Weltraumtechnik verschrieben
Im Herbst übernahm das Bremer Weltraumunternehmen OHB das Technisat-Werk im Vogtland, um dort Elektronikteile für Satelliten zu produzieren.
Darüber hinaus gibt es in Sachsen etliche Firmen wie Neosat, Inradios und Morpheus Space in Dresden, die sich der Weltraumtechnik verschrieben haben.
"Wir wollen zeigen, was es für Fähig- und Fertigkeiten in Sachsen gibt", sagt Neosat-Geschäftsführer Kai-Uwe Storek. Sein Unternehmen entwickelt Signalprozessoren für die Satellitenkommunikation.
Um ihre Raumfahrtprodukte verkaufen zu können, müssten Unternehmen aber nachweisen, dass diese schon einmal im All mitgeflogen seien. Storek hat einen Zeitplan fest im Blick: 2027 soll Saxon-1 in den Orbit starten. Allerdings: Eine feste Finanzierungszusage des Landes steht noch aus.