Sein Vater starb an Leukämie, jetzt kämpft Paul (12) gegen aggressiven Hirntumor

Von Peggy Schellenberger

Eibenstock/Chemnitz - Paul (12) kämpft gegen einen Hirntumor. Der Verein "Lukas Stern" und ein Chemnitzer Unternehmen erfüllten dem schwer kranken Jungen einen großen Wunsch.

Paul (12) und Milli Eißmann (51) stöbern durchs alte Scheffelkrankenhaus.
Paul (12) und Milli Eißmann (51) stöbern durchs alte Scheffelkrankenhaus.  © Peggy Schellenberger

Das Jahr 2025 hat das Leben der Familie Eißmann aus dem erzgebirgischen Eibenstock mit voller Wucht getroffen. Innerhalb weniger Monate folgten Schicksalsschläge, die kaum begreifbar sind.

Im Mai verstarb der Papa an Leukämie, im Juli musste sich die Familie von ihrem geliebten Hund Rizon verabschieden. Der nächste schwere Schlag kam im August: Der zwölfjährige Sohn Paul erhielt die Diagnose Hirntumor. Die äußerst aggressive Form ist nicht operabel.

Für Mutter Milli Eißmann (51) brach eine Welt zusammen. Zwischen Krankenhausaufenthalten, Angst und der Sorge um ihr Kind gibt es aber auch glückliche Stunden.

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Über die Kinder-Onkologie im Klinikum Chemnitz kam der Kontakt zum Verein "Lukas Stern" zustande. "Wir haben Paul und seine Mutti umgehend besucht. Er konnte mit seinen Kumpels eine Fahrt in einer Luxuslimousine genießen", erzählt Vereinsvorsitzende Daniela Lieberwirth (50).

"Wir können an der Diagnose und an den Schmerzen leider nichts ändern. Aber wir können Wünsche erfüllen und für helle Momente sorgen."

Pauls Wunsch: Einmal auf Entdeckungstour gehen

Daniela Lieberwirth (50, r.) vom Verein "Lukas Stern" möchte den Eißmanns in dieser schweren Zeit eine Freude bereiten.
Daniela Lieberwirth (50, r.) vom Verein "Lukas Stern" möchte den Eißmanns in dieser schweren Zeit eine Freude bereiten.  © Peggy Schellenberger

Paul äußerte einen ganz besonderen Wunsch: Er liebt verfallene Gebäude, sogenannte Lost Places. Einmal auf Entdeckungstour zu gehen, ging für ihn nun in Erfüllung. Paul durfte das alte Scheffelkrankenhaus in Chemnitz, kürzlich Schauplatz des Kunstfestivals IBUG, besuchen.

"Wir sind sozial sehr engagiert, und Pauls Wunsch war uns eine Herzensangelegenheit", sagte Markus Drieschner, Mitarbeiter von Immobilienentwickler Frank Steinert.

Fotos von staubigen Fluren, bröckelnden Wänden und geheimnisvolle Räumen - Pauls Augen leuchteten ununterbrochen. Für einen Moment waren Krankheit, Sorgen und Angst vergessen und das Smartphone glühte.

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Paul wird palliativ intensiv betreut und kämpft weiter täglich mit den Auswirkungen des Monsters in seinem Kopf. "Wir alle hoffen auf ein Wunder", beschreibt seine Mutter die äußerst schwierige Situation.

Am Valentinstag (14. Februar) wird er 13 Jahre alt. Sein größter Wunsch: seinen Geburtstag mit all den Menschen zu erleben, die ihm lieb sind.

Titelfoto: Peggy Schellenberger

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