Verpuffung kurz hinter Leipzig: Hier rücken Jugendliche zum Löschen aus

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Von Anke Brod

Borsdorf - "B1 Garage, Pkw brennt, Industriestraße Borsdorf": Zu diesem Szenario rückten am Samstag Mitglieder der örtlichen Jugendfeuerwehr aus. Ihr Einsatz war einer von Fünfen und gehörte für die Mädels und Jungs zu einem simulierten 24-Stunden-Dienst mitsamt Übernachtung im Gerätehaus. TAG24 war dabei.

Die Kameraden der Jugendfeuerwehr mussten in dramatische Szenarien professionell bleiben.
Die Kameraden der Jugendfeuerwehr mussten in dramatische Szenarien professionell bleiben.  © Anke Brod

Im genannten Fall hatte sich ein Autoschrauber in einer Garage unter seinem Fahrzeug leichtsinnigerweise eine Zigarette angezündet. Es kam zur Verpuffung.

Beim Eintreffen der Nachwuchs-Feuerwehrleute lag der Mann regungslos am Boden. Gleichzeitig quoll dichter Rauch aus der Garage – in diesem Fall allerdings von einer Nebelmaschine produziert.

Oberste Priorität hatte vor dem eigentlichen Löschen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Erstversorgung des Patienten. Nach Einsatzende gab es Manöverkritik von Ortswehrleiter Ronny Herbert (50): Er vermittelte seinen Schützlingen, was sie gut gemacht hatten oder was im Ernstfall effektiver gewesen wäre.

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Zurück am Gerätehaus in der Leipziger Straße wurde das Feuerwehrauto wieder ordentlich bestückt. Plötzlich ertönten Schreie – unmittelbar neben dem Gerätehaus war ein junger Mann kopfüber von der Leiter gestürzt! Wegen möglicher Rückenverletzungen hoben ihn die anwesenden Helfer behutsam auf eine Trage und warteten auf den fiktiven Rettungsdienst.

Zwischendurch gab es für die insgesamt 14 Kinder und Jugendlichen zwischen 9 und 17 Jahren zur Stärkung Mittagessen. Für die Verpflegung hatte der Feuerwehrverein gesorgt. Dessen Mitglieder unterstützen auch andere Aktivitäten der Wehr im Hintergrund.

Auch Rettungsmaßnahmen wurden geübt.
Auch Rettungsmaßnahmen wurden geübt.  © Anke Brod
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Ideen entwickeln sich im Alltag

Das Brain hinter einigen Szenarien - Paul Emler (22).
Das Brain hinter einigen Szenarien - Paul Emler (22).  © Anke Brod

"Verkehrsunfall mit Fahrrad und Lkw" lautete ein weiteres Alarmierungsstichwort: Im Borsdorfer Gewerbegebiet waren ein Radfahrer und ein Getränkefahrzeug frontal ineinander gekracht.

Nicht nur das: Plötzlich öffnete sich eine Lkw-Seite: Etliche Kisten mit Leergut ergossen sich über den Radfahrer!

Jene Idee sei ihm auf dem Weg ins benachbarte Gerichshain gekommen, erzählte Gruppenführer Paul Emler (22) TAG24. Er gilt als "Brain" hinter vielen nachgestellten Vorfällen.

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Beim Planungstreffen habe er die Sache mit den Kameraden besprochen. Es folgten Feinheiten: Was können die Kinder lernen, wie setzen wir es um? Und da in Borsdorf vieles Hand in Hand geht, stellte der in Gerichshain ansässige Getränkehändler "Staude" kurzerhand einen Lkw zur Verfügung. Auch zwei Bauhoffahrzeuge mischten mit.

"Unsere Planungen für den 24-Stunden-Dienst begannen schon im Dezember", berichtete Jugendwart Patric Frank (31). Die fingierten Einsätze müssten bei alledem gesetzeskonform und altersgerecht sein.

Ortswehrleiter Ronny Herbert erklärt Vorgehen am Einsatzort.
Ortswehrleiter Ronny Herbert erklärt Vorgehen am Einsatzort.  © Anke Brod

Jugendfeuerwehr mit vielen verschiedenen Szenarien konfrontiert

Ein weiteres Szenario am Wochenende, bei dem die junge Crew gleichzeitig den Umgang mit Funkgeräten übte, war ein auf dem Flüsschen Parthe abgetriebenes Boot. Geborgen wurde am Ende ein Kuscheltier! "Unklare Rauchentwicklung" inklusive Personensuche hatte es darüber hinaus am Borsdorfer Hort gegeben.

TAG24 fiel bei alledem der herzliche Umgang zwischen Ausbildern und Schützlingen auf: Da macht das Lernen sicherlich noch mehr Spaß!

Titelfoto: Anke Brod

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