Glashütte - Nur vier Stunden hat es am Dienstagvormittag gebraucht, dann war der verunglückte Regionalzug auf der Müglitztalbahn wieder aufgegleist. Doch beendet sind die Maßnahmen damit längst nicht. Bevor der reguläre Betrieb wieder starten kann, müssen umfangreiche Schäden am Oberbau behoben werden. Ein Problem könnte dabei für eine lange Sperrdauer sorgen.
"Die Temperatur muss bei mindestens 3 Grad liegen, damit Schweißarbeiten möglich sind", erklärte Frank Rehbein (46), Sprecher der zuständigen Bundespolizeiinspektion Berggießhübel, gegenüber TAG24.
Dieser Umstand könne sich aufgrund der Jahreszeit und den topografischen Gegebenheiten der Strecke als Hürde erweisen. "Tendenziell rechnen wir in Abhängigkeit der Witterung mit einer Sperrzeit von vier bis fünf Wochen", so Rehbein weiter.
Der Gesamtschaden an Fahrzeugen und Gleiskörper liege nach Schätzungen der Deutschen Bahn bei rund zwei Millionen Euro. Die Unfallursache sei Gegenstand der Ermittlungen.
Laut Ralf Mancke (56), Sprecher vom THW Dresden, waren alle drei Drehgestelle des ersten Triebwagens sowie ein Drehgestell im hinteren Teil aus den Schienen gesprungen und im Schotterbett gelandet. Kran "Mammut" aus Leipzig hob den tonnenschweren Zug wieder in die korrekte Position. "Es lief alles reibungslos und schneller als gedacht", berichtet Mancke.
Ab Donnerstag wohl wieder Zugverkehr zwischen Heidenau und Glashütte
Die betroffenen Fahrzeuge werden laut Bundespolizei voraussichtlich in der Nacht zum Mittwoch nach Dresden ins Instandhaltungswerk zur Reparatur gebracht. "Aufgrund der Schäden liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 20 km/h", so der Sprecher.
Noch bis einschließlich Mittwoch rollen Busse auf der gesamten Strecke. "Ab Donnerstag soll der Abschnitt zwischen Heidenau und Glashütte dann mit Zügen bedient werden", sagte VVO-Sprecher Christian Schlemper (47) auf TAG24-Nachfrage.
Wer nach Altenberg wolle, müsse weiterhin auf den Ersatzverkehr umsteigen.
Aktuelle Fahrpläne seien im Netz unter www.vvo-online.de zu finden.