Vogelseuche verwandelt sächsischen See in Tierfriedhof: 100 tote Schwäne treiben im Wasser

Malschwitz - Am Dienstag wurden etliche tote Schwäne aus dem Olbasee im Landkreis Bautzen geborgen.

Der Olbasee bei Malschwitz bot zuletzt keinen schönen Anblick.  © Matthias Seidel

Rund 100 verendete Schwäne wurden mithilfe von Motorbooten der Feuerwehr am Dienstagvormittag aus dem Olbasee bei Malschwitz geborgen, wie das Landratsamt Bautzen gegenüber TAG24 mitteilte. Damit liegt die Zahl der toten Tiere deutlich höher als zunächst angenommen.

Der Bürgermeister der Gemeinde Malschwitz, Matthias Seidel (CDU), hatte am Montag von 40 entdeckten Kadavern gesprochen. Am Dienstag berichtete er, dass allein im Zuge des jüngsten Einsatzes 68 Schwäne aus dem Wasser geholt wurden. Weitere Tiere, die Ufernähe trieben, wurden bereits am Montag entfernt.

Die Überreste des Gefieders werden nun untersucht. Obwohl noch keine Befunde vorliegen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Schwäne an der Geflügelpest (Vogelgrippe) gestorben sind: "Es ist davon auszugehen, dass sich der Verdacht bestätigen wird", so das Landratsamt.

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Die armen Tiere können sich mit der Krankheit dabei in unmittelbarer Nähe angesteckt haben. Das Landratsamt verwies auf einen Geflügelpestfall in der knapp elf Kilometer entfernten Gemeinde Hohendubrau (Kreis Görlitz).

Als Schutzmaßnahme wurde daher für die Gemeinde Malschwitz eine Stallpflicht sowie ein Verbot von Geflügelausstellungen angeordnet.

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Verdacht auf Vogelgrippe in Sachsen: Nicht nur tote Schwäne gefunden

Bereits am Montag wurden einige tote Tiere aus dem Wasser geborgen. Die übrigen Kadaver wurden am Dienstag beseitigt.  © Lausitznews

Dass die Einsatzkräfte künftig erneut hinausmüssen, um tote Vögel aus dem Olbasee zu fischen, kann bisher nicht ausgeschlossen werden: "Ob weitere Bergungsmaßnahmen erforderlich sind, hängt vom Seuchenverlauf ab. Dies wird weiter beobachtet."

Weitere Vorfälle aus umliegenden Gebieten sind dem Landratsamt bisher zwar nicht bekannt, allerdings scheint die Seuche nicht nur Schwäne zu betreffen. Auch ein toter Reiher wurde im Zuge des Einsatzes am Dienstag entdeckt.

Eine Anwohnerin beschwerte sich gegenüber TAG24 unterdessen darüber, dass die zuständigen Behörden bereits seit Donnerstag über die vielen Tierleichen auf dem Olbasee informiert worden und trotzdem lange untätig geblieben seien. Wildtiere hätten sich bereits an den verseuchten Vogelleichen bedient.

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Das Landratsamt erklärte dazu am Dienstag: "Wir wurden in den letzten Tagen durch aufmerksame Bürger und durch Fotos sowie E-Mails informiert. Die Kollegen waren dann gestern vor Ort, um den Einsatz und die notwendigen Dinge zu planen."

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