Ganz perfide Masche: Abzocker wollen Geld von Toten

Plauen - Ein Abo fürs Jenseits: Selbst mit Toten versuchen dreiste Abzocker, noch Kasse zu machen, wie ein bizarrer Fall aus dem Vogtland zeigt. Sachsens Verbraucherzentrale (VZS) warnt deshalb vor Datenmissbrauch.

Kämpft auch für Tote: Verbraucherschützerin Heike Teubner (59).  © David Rötzschke

Erst durchlebten sie Schmerz und Trauer, jetzt kommt die blanke Wut: Als Angehörige eines Anfang Februar verstorbenen Seniors aus Limbach (Vogtland) jetzt einen Brief aus dem familiären Briefkasten holten, waren sie fassungslos.

Ein Schreiben, adressiert an den Toten, in dem ein Frankfurter Inkassobüro namens Debtist Forderungen und Gebühren in Höhe von 86 Euro geltend macht. "

Angeblich sollte Herr F. am 25. Februar ein Dienstleistungsvertrag mit der Firma Abostopper aus Singapur abgeschlossen haben", berichtete VZS-Beraterin Heike Teubner.

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Zu diesem Zeitpunkt war der Vogtländer jedoch schon mehrere Wochen tot, kann also gar keine irdischen Verträge oder Abos mehr abgeschlossen haben.

Trotz der Intervention der Angehörigen ließ das Inkassobüro nicht locker, sodass die Experten der VZS den Fall nun übernommen haben. "Solche Fälle zeigen, wie wichtig es ist, Forderungen kritisch zu prüfen – selbst dann, wenn sie auf den ersten Blick offiziell wirken", erklärt Verbraucherschützerin Teubner. Er rät zur Sparsamkeit bei der Preisgabe eigener Adressdaten.

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Selbst im Sarg ist man heute nicht mehr vor Abzocke sicher. (Symbolbild)  © imago images/Rupert Oberhäuser

Teubner: "Häufig gelangen persönliche Daten über Adresssammlungen oder Online-Geschäfte in Umlauf. Diese können dann missbräuchlich genutzt werden, um unberechtigte Forderungen – wie im Fall von Herrn F. – zu konstruieren."

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